Der Zwerg gab alle Hoffnung auf und begann, sich zur Heimreise nach Stargorod zu rüsten. Sawelij widersetzte sich dem nicht; im Gegenteil, er riet ihm selbst, schneller abzureisen und gab ihm keinerlei Aufträge, was er daheim sagen oder antworten sollte. Bis zum letzten Augenblick, als er den Zwerg aus der Stadt hinaus bis zum Zollschlagbaum begleitete, bestand er auf seinem Willen und kehrte ruhig in die Stadt und auf den Klosterhof zurück, um sein Holz zu sägen.

Der Kummer des Zwerges war grenzenlos. Er hatte ganz anders gehofft heimzukehren, und seine Gedanken umkreisten unablässig denselben Gegenstand. Plötzlich jedoch kam ihm Erleuchtung – ein einfacher, klarer, rettender, glänzender Gedanke, wie sie dem Menschen nur selten kommen und fast immer so unverhofft, als würden sie ihm von oben gesandt.

Etwa zehn Werst weit war der Zwerg gefahren, als er dem Kutscher befahl, wieder nach der Stadt zurückzukehren. Sofort begab er sich zu Sawelijs Vorgesetzten und bat flehentlich, man möge dem Propst befehlen, Abbitte zu tun.

Da man des halsstarrigen alten Mannes lange überdrüssig war, erfüllte man seinen Wunsch ohne weiteres. Er erschien daher wieder bei Tuberozow und erklärte:

»Nun, stolzer Vater Propst, Ihr wolltet Euch nicht bestimmen lassen, – jetzt habt Ihr's so weit gebracht, daß Ihr Euch der Strenge fügen müßt. Ich bin beauftragt, Euch mitzuteilen, daß die Obrigkeit Euch kraft der ihr zukommenden Gewalt befiehlt, Abbitte zu tun.«

»Wo soll ich denn den Kniefall tun: hier, oder auf dem Marktplatz, oder in der Kirche?« fragte Tuberozow trocken. »Mir ist es gleich. Was man mir befiehlt, muß ich tun.«

Der Zwerg antwortete, daß kein Mensch eine derartige Demütigung von ihm verlange; er habe schriftlich Abbitte zu leisten.

Sofort setzte sich Tuberozow hin und schrieb das Gewünschte nieder. Als Überschrift wählte er die Worte: »Befohlenes ergebenstes Gesuch.«

Der Zwerg bemerkte, daß das Wort »befohlen« hier ganz unpassend sei, jedoch Sawelij wies ihn energisch zurück:

»Ich hoffe, man hat dich nicht noch beauftragt, mir Unterricht in der Logik zu erteilen. Ich habe genug davon im Seminar gelernt. Du sagtest, es würde mir befohlen, und also schreibe ich auch ›befohlenes Gesuch‹.«