Als der Propst sein Haus betreten hatte, dessen einziger Bewohner und Herr so lange Zeit der Diakon Achilla gewesen war, küßte er den wilden Riesen auf den trockenen Scheitel seines Lockenkopfes, ging dann mit ihm durch alle Zimmer, machte das Zeichen des Kreuzes über dem leeren, verwaisten Bettchen Natalia Nikolajewnas und sprach:
»Nun, alter Freund, jetzt hat es wohl keinen Sinn mehr, daß wir uns wieder trennen? Bleiben wir zusammen.«
»Mit tausend Freuden. Ich hatte es mir selbst auch schon so gedacht,« entgegnete Achilla und schloß den Propst wieder in seine Arme.
So hausten sie denn zu zwei hier. Achilla sang in der Kirche und sorgte für die Wirtschaft, Tuberozow saß zu Hause, las seinen John Bunian, dachte und betete.
Er lebte das intensive, konzentrierte Leben eines Geistes, der mit sich selbst ins Reine zu kommen sucht.
Achilla hielt ihm alle kleinen Alltagssorgen fern und gab dem Alten die Möglichkeit, ganz und gar der innern Sammlung zu leben.
Aber dieses Glück sollte nicht lange dauern. Dem Diakon ward eine große Ehre zuteil: der Bischof, der zur Session des Heiligen Synods berufen war, nahm ihn mit nach Petersburg, weil der Protodiakon der Gouvernementskathedrale erkrankt war.
Der Abschied des Diakons von Tuberozow war rührend. Achilla, der in seinem Leben noch keinen Brief geschrieben hatte, nicht wußte, wie man einen schreibt noch absendet, erklärte nicht nur, daß er dem Propst regelmäßig schreiben werde, sondern er tat es auch wirklich.
Seine Briefe waren ebenso eigenartig und seltsam wie seine ganze Denk- und Lebensweise. Zuerst erhielt Tuberozow einen Brief aus der Gouvernementsstadt, und in diesem Brief, dessen Umschlag die Aufschrift trug: »An den Vater Propst Tuberozow geheim und eigenhändig«, meldete Achilla, daß er während seines Aufenthaltes im Kloster für Tuberozow Rache an dem Zensor Troadij genommen habe: er habe dem Kater des Zensors eine Wurst auf den Rücken gebunden mit der Aufschrift: