»Guten Tag,« sagte sie, ohne den Kopf auch nur im geringsten zu senken. »Es freut mich, daß ich dich zu sehen bekomme.«

Ich erwiderte ihren Gruß mit einer Verbeugung, welche recht ungeschickt war, glaube ich.

»Komm her und segne mich,« sagte sie.

Ich trat zu ihr und segnete sie. Sie ergriff meine Hand, um sie zu küssen, was ich auf jede Weise zu verhindern suchte.

»Zieh deine Hand nicht weg,« sagte sie, als sie es bemerkte. »Ich huldige nicht dir, sondern deinem Amte. Setze dich jetzt, und wir wollen ein wenig miteinander bekannt werden.«

Wir setzten uns, – das heißt sie, ich und der Vater Alexei. Die Zwerge stellten sich zu beiden Seiten der Herrin auf.

»Vater Alexei hat mir gesagt, dir sei die Gabe der Rede und ein klarer Verstand verliehen. Er selber versteht nichts davon, er hat's aber wohl von den Leuten gehört. Ich habe lange schon keine klugen Leute gesehen, und da wollt' ich dich einmal zu meiner Zerstreuung anschauen. Sei mir alten Frau deswegen nicht böse.«

»Man hat dich hergeschickt,« fuhr sie fort, »die Altgläubigen zu bekehren?«

»Ja,« erwiderte ich, »mit meiner Ernennung hierher war auch diese Absicht verbunden.«

»Ich meine,« sagte sie, »es ist ein nutzloses Unterfangen. Den Dummen belehren und den Toten kurieren zu wollen ist eins des andern wert.«