»Guten Abend, Kosakensonne!«
Tiefe Stille ringsum! Ja, hier herrschte wirklich Frieden! …
Der Diakon ging zum Grabe Sawelijs, setzte sich auf den Hügel und lehnte sich mit dem Rücken gegen einen der Cherubim. Immer noch tiefe, durch nichts gestörte Stille, nur die Wolkenschatten zogen lautlos dahin. Neue und immer neue, ohne Ende.
Der Diakon wurde schläfrig. Er lehnte sich fester gegen die Pyramide und fiel in Halbschlaf. Nur für kurze Zeit; denn plötzlich schien es ihm, als stampfte jemand kräftig auf. Er öffnete die Augen: gleiche Stille ringsum, nur der Himmel hatte sein Aussehen verändert, der Mond war blasser geworden und längs der Pyramide lief ein einziger langer und breiter Schatten. Wolken ballten sich zusammen und die Luft wehte morgenkühl. Achilla erhob sich und wiederum hatte er die Empfindung, als wandele jemand auf dem Friedhof umher.
Der Diakon ging hinter die Pyramide. Niemand war zu sehen.
Nur eine frische Spur. Aber auch sie konnte von früher herstammen. Wie sollte man das unterscheiden, wenn der Schnee schon zum dünnen Brei geworden war, in den der Fuß riesige, fast formlose Gruben drückte? In der Stadt krähten die Hähne ihren Morgengruß. Nein, heute kommt der Teufel nicht mehr!
Achilla wandte sich langsam zu der Stelle, wo er über den Graben gesprungen war. Er fand sie ohne Schwierigkeit und griff ohne Bedenken nach der aus dem Graben emporragenden langen Stange, als er sich plötzlich erinnerte, daß sie gebrochen war! … Wo kam da die unversehrte Stange her?
»Sonderbar!« dachte der Diakon, und nachdem er sich überzeugt hatte, daß er sich nicht täusche, sondern tatsächlich aus dem Graben eine tadellose Stange hervorragte, machte er sich zum Sprung bereit, als sich von hinten plötzlich über seine Schultern hinweg zwei mächtige Tatzen auf seine Brust legten. Sie waren mit dicker, filziger schwarzer Wolle bekleidet und hatten gewaltige Eisenklauen.
Der Teufel!