Nachdem er etwas Spiritus eingesogen hatte, zuckte der Diakon zusammen und fiel der Länge nach auf den Schlitten. Er befand sich in einem entsetzlichen Zustande. Ganz durchnäßt und blau, wie ein Kessel, zitterte er so, daß er kaum atmen konnte. Der Teufel aber lag da wie ein Eiszapfen. So brachte man ihn in die Stadt, wo der Diakon das Fahrzeug vor dem Polizeiamt halten ließ.

Achilla hob den Teufel aus dem Schlitten, ließ ihn in die Kanzlei tragen und schickte nach dem Polizeichef. Er selbst ließ sich vom Polizeidiener ein trockenes Hemd und einen Soldatenmantel geben und legte sich auf das Sofa.

Trotz der frühen Stunde war bald die ganze Stadt von dem großen Ereignis unterrichtet, und eine dichte Menschenmenge wogte, wie Meereswellen um einen Felsen, um das Gebäude des Polizeiamtes, wo auch der Rittmeister Porochontzew seine Amtswohnung hatte. Trotz ihres Amtes und ihrer Würde gelang es den einflußreichsten Persönlichkeiten der Stadt, wie dem Propst Grazianskij, dem Vater Zacharia und dem Hauptmann Powerdownia, nur mit großer Mühe, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen, und auch nur deshalb, weil die Menge die Anwesenheit der Geistlichkeit bei der an dem Teufel vorzunehmenden Exekution für eine religiöse Notwendigkeit hielt. Dem Hauptmann Powerdownia aber kam sein Säbelgriff zugute, mit dem er kräftige Hiebe und Püffe nach rechts und nach links austeilte.


Sechzehntes Kapitel.

Während draußen die Menge sich drängte und lärmte, ging es im Hause nicht weniger erregt zu. Der Polizeichef, Rittmeister Porochontzew, kam in Barchentunterhosen und einer Flanelljacke in die Kanzlei gestürzt und sah tatsächlich den Teufel mit Hörnern und Klauen kläglich zusammengekauert am Boden hocken und ihm gegenüber auf dem Sofa, das sonst die Bittsteller einzunehmen pflegten, eine unförmliche zitternde Masse, bedeckt mit einem Soldatenmantel und zwei Schafpelzen: der Diakon.

Um den Teufel herum gruppierten sich in den verschiedensten Stellungen sämtliche Stargoroder Honoratioren, auf deren Gesichtern nichts von dem Grauen zu lesen war, das die Nähe des bösen Geistes ihnen von Rechts wegen hätte einflößen sollen. Jeder sah, daß dieser Teufel ein ganz jämmerliches Geschöpf war, welches vor Kälte bebte und schlecht und recht in die traurigen Reste eines Kosakenmantels aus haarigem Filz gewickelt war, den der Diakon Achilla einmal dem Kommissar Danilka geschenkt hatte, weil das Kleidungsstück zu nichts sonst zu gebrauchen war. Auf des Teufels Kopfe, den ein Fetzen desselben Mantels bedeckte, ragten zwei mit einem schmutzigen Bindfaden ungeschickt befestigte Kuhhörner empor, und an den Händen, die in ein paar Stückchen Schaffell gewickelt waren, baumelten zwei gewöhnliche Eisenhaken, wie man sie zum Aufwinden von Getreidesäcken verwendet. Das merkwürdigste aber war, daß einer der Soldaten, als er mit der Hand unter den Anzug des Teufels griff, eine Schnur zu packen bekam, an der ein altes Messingkreuzchen mit der Aufschrift: »Es stehe Gott auf, daß seine Feinde zerstreuet werden« hing.

»Ich sagte doch, daß alles Betrug wäre,« bemerkte der Propst Grazianskij.