»Hupf nur, Bruder, hupf! Schwimm einmal herum und komm dann wieder raus. Dann wird geritten.«

»Wenn ich dann nur nicht zu schlüpfrig bin, Woin Wasiljewitsch. Dann fallen Sie wieder runter, wie neulich.«

»Nein, nein, ich fall schon nicht.«

Komar wirft, hinter dem Rücken seines Herrn stehend, das Hemd ab und stürzt sich mit einem mächtigen Anlauf ins Wasser, wo er alsbald gewaltig mit den Armen zu arbeiten beginnt.

»Famos schwimmt dein Komar,« sagt Porochontzew.

»Ausgezeichnet,« entgegnet die Frau, welche sich anscheinend nicht im geringsten geniert und auch keinen der Badenden durch ihre Anwesenheit stört.

Felizata, eine frühere Leibeigene Porochontzews, ist es seit langem gewohnt, ihren kränklichen Herrn zu bedienen, und bei dieser Beschäftigung gibt es für sie keinen Geschlechtsunterschied. Inzwischen ist Komar rund um den Stein geschwommen, auf dem die Badenden sitzen, und wieder aus dem Wasser gekrochen und steht nun, den gekrümmten Rücken einem Herrn zugewendet, vor der Bank. Woin Wasiljewitsch klettert auf den Rücken, umfaßt den Hals des Kutschers mit beiden Armen und reitet ins Wasser hinein. Der Rittmeister macht es fast immer so, denn er liebt es nicht, barfuß auf dem scharfen Kies zu gehen. Kaum hat jedoch das Wasser die Achselhöhlen Komars erreicht, so bleibt er stehen und meldet, nun seien keine Steine mehr da, denn er fühle reinen Sand unter seinen Sohlen. Woin Wasiljewitsch klettert von seinem Roß hinunter und legt sich auf die Schwimmblasen. Auch heute war der Vorgang derselbe: der dürre Stadtgewaltige legt sich hin, Komar gibt ihm einen tüchtigen Stoß und beide schwimmen nach dem Steine, den sie beide erklettern. Dieser nicht sehr große Stein, dessen über dem Wasser aufragende glatte, runde Fläche einen Durchmesser von etwa zwei Fuß haben mag, bietet fünf Personen Unterkunft, von denen vier – Porochontzew, Pizonskij, der Arzt und Achilla – sich an den Rand gesetzt haben, so daß sie einander den Rücken zukehren, während Komar mitten in dem engen Viereck steht, das eben diese Rücken bilden, und seinem Herrn den Kopf wäscht. Es wird eifrig diskutiert; Pizonskij erzählt unter beständigem Zucken seiner schiefen Nase, daß gestern abend in der Dämmerung irgendwo unterhalb der Brücke im Schilf sich zwei Schwäne niedergelassen und nachts, während es regnete, unausgesetzt geschrien hätten.

»Wenn die Schwäne schreien, so verkünden sie irgend jemandes Ankunft,« meint Komar, indem er den Kopf seines Herrn eifrig mit Seife einreibt.

»Nein, das verheißt bloß einen schönen Tag,« wendet Pizonskij ein.

»Wer sollte auch zu uns kommen?« mischt sich der Arzt ins Gespräch. »Wir leben ja hier wie die reinen Waldteufel: in hundert Jahren passiert nichts Neues.«