»Was soll uns auch das Neue?« sagt Pizonskij. »Wir haben ja alles; das Wetter ist schön, wir sitzen gemütlich auf unserm Stein und keiner verübelt es uns. Käme aber ein neuer Mensch her, so nähme er vielleicht Anstoß, es gäbe ein Gerede und …«
»Ein Gerede: warum sitzen sie so nackigt da?« unterbricht ihn Komar ungeniert.
»Was ist das für ein Stadthauptmann, der sich von einem Frauenzimmer waschen läßt?« wirft der Arzt ein.
»Ja, das ist wahr,« ruft der Rittmeister und schaut sich beunruhigt um.
Komar bläst sich in den Schnurrbart, lächelt und sagt leise:
»Und dann wird's heißen: was hat der Polizeichef auf dem Komar ins Wasser zu reiten?«
»Halt's Maul, Komar!«
»Auch das, auch das wird Fragen veranlassen,« sagt wieder der sanfte Pizonskij und seufzt, indem er fortfährt: »Und jetzt sitzen wir hier ohne alle Neuigkeiten wie im Paradiese. Selber sind wir nackt, aber wir sehen alle Schönheit der Welt: wir sehen den Wald, sehen die Berge, sehen die Tempel Gottes, das Wasser, das Grün der Wiesen; dort im Uferschilf piepen die jungen Entlein; vor uns im Wasser spielt das Völklein der kleinen Fische so fröhlich. Groß ist deine Güte, o Herr!«
Die letzten Worte hatte Pizonskij mit erhobener Stimme gesprochen, sie hallten weit über den Fluß hin, wurden von den Hügeln zurückgeworfen und klangen dann noch ein drittes Mal etwas dumpfer von dem flachen Ufer wider. Pizonskij horcht auf, streckt den Zeigefinger über seinem kahlen Kopfe zum Himmel empor und sagt: