»Warnawa Wasiljewitsch, machen Sie mir auf!« rief Darjanow ihm zu, aber dieser Ruf verhallte ergebnislos.
Eher hätten die Toten auf dem verfallenen Friedhof dem Gast Bescheid geben können, als der ganz in seine Arbeit vertiefte Lehrer. Sobald Darjanow das begriffen hatte, verzichtete er auf weiteres Rufen und sprang vom Zaun mitten in den Garten hinein. Er sprang leicht und gewandt, aber die alten, wackligen Bretter schlugen trotzdem krachend aneinander und erschreckten den Lehrer dermaßen, daß er in größter Hast seine Ziegelsteine fallen ließ und, auf allen Vieren stehend, die Knochen zusammenzusuchen begann.
»Na, Warnawa Wasiljewitsch, guter Freund! Sie sind aber vertieft in Ihre Arbeit! Man kann sich ja die Lunge aus dem Halse schreien!« begrüßte ihn der Gast hervortretend. Als Warnawa ihn erkannte, ging ein Leuchten über sein Antlitz, und er zwinkerte mit den Augen, als er sagte:
»Ah, Sie sind's! Und ich dachte, es wäre der Achilla.«
Mit diesen Worten breitete der Lehrer freudig die Arme aus, und der ganze Haufen Knochen plumpste auf den Weg, als würde plötzlich das Innere des Mannes ausgeschüttet.
»Ach, Valerian Nikolajewitsch,« meinte er, »wenn Sie wüßten, was hier vorgeht. Nein, hol's der Teufel, – da soll man noch in diesem verfluchten Rußland bleiben!«
»Um Gotteswillen, was ist denn passiert? Wollen Sie es mir nicht verraten?«
»Ja gewiß, wenn … wenn Sie kein Spion sind.«
»Ich glaube nicht.«
»Dann setzen Sie sich auf die Bank und ich will weiter arbeiten. Setzen Sie sich nur, mir ist Ihre Gegenwart sogar sehr angenehm; ich habe so wenigstens einen Zeugen.«