»So meinte sie, weil sie die Gewohnheiten des Achilla gut kennt, und fügte noch hinzu: ›Lassen Sie sich aber nicht beirren. Nehmen Sie mein dickes, gemustertes Tuch und wickeln Sie es sich um den Hals. Auf den Kopf setzen Sie meine wattierte Winterkappe. Wenn er Sie dann wirklich ertappt und zuschlägt, so sind Sie geschützt und es tut Ihnen nicht weh.‹ Ich legte alles an und zog los. So kam ich denn zum zweitenmal in den Hof dieses Viehes. Der Hund schlug an, aber Daria Nikolajewna hatte auch das vorausgesehen und mir ein Stück Kuchen für den Köter mitgegeben. Ich fütterte ihn und ging weiter, bis ich vor mir einen Karren stehen sah. Ich stürze auf ihn zu, – und richtig, da lagen sie alle drinnen, alle meine Knochen.«
»Sie machten sich natürlich gleich an die Arbeit?«
»Versteht sich! Ich nahm die Kappe vom Kopf, wickelte die Knochen hinein und raste im schnellsten Tempo davon.«
»Und damit war die Geschichte zu Ende?«
»Zu Ende? Nein, jetzt war sie erst in vollem Gange. Soll ich weitererzählen?«
»Ich bitte darum!«
Zwölftes Kapitel.
»Erst muß ich Ihnen noch erklären, wie und warum ich heute in die Kirche gekommen bin. Früh fährt Alexandra Iwanowna Serbolowa bei uns vor. Sie kennen sie sicher besser als ich. Sie ist strenggläubig und ihre Anschauungen sind überhaupt stark rückständig, aber sie unterstützt meine Mutter in diesem und jenem, und deshalb bringe ich das Opfer und vermeide es, mit ihr zu streiten. Aber wozu sage ich das? Ach ja, – wie sie gekommen war, sagte meine Mutter zu mir: ›Steh auf, mein lieber Warnaschenka, und begleite Alexandra Iwanowna zur Kirche, damit die Hunde des Akziseeinnehmers ihr nichts zu Leide tun.‹ So ging ich mit. Sie wissen, ich betrete die Kirche sonst nie; aber schließlich können mir weder Achilla noch Sawelij dort etwas anhaben, und so tat ich's eben. Aber wie ich da stehe, fällt mir plötzlich ein, daß ich meine Zimmertür nicht abgeschlossen habe. Ich laufe deshalb so schnell ich kann nach Hause, finde aber meine Mutter nirgends. Ich werfe einen Blick auf die Wand, – die Knochen sind weg!«