»Unter allen Wissenschaften ist keine unschuldiger, als die Sternwissenschaft; denn mit deren Umgang und Ausübung wird weder Gott noch der Nächste beleidigt, welche mich auch so ergötzet, daß ich alle meine Nebenstunden dieser anmuthvollen, unschuldigen Wissenschaft in der stillen Einsamkeit gewidmet habe.«


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»Wenn ich den wunderbaren und hohen Himmel mit seinem hellleuchtenden Sternenheere anschaue und betrachte, so ist dieses meine höchste Freude, daß ich endlich auch einmal, wenn ich aus dem irdischen Haus meiner Hütte ausgehe, und in das neue Jerusalem, allwo mein himmlisches Bürgerrecht ist, welches mir mein Heiland durch sein Kreuz und Tod erworben, eingehe, noch viel heller als alle Sterne glänzen werde, und daß ich daselbst mit meinen geistlichen Augen in der frohen Ewigkeit auch also meinen Heiland in voller Freude und Wonne anschaue, so wie ich jetzt und hier mit meinen leiblichen Augen das helle Sternenheer des Himmels sehe und anschaue; und daß ich vor seinem göttlichen Thron ihm in der allerhöchsten Freude dienen, auch ihm zu Lob mit allen Heiligen und Auserwählten ein: Heilig! Heilig! Heilig ist Gott der Herr Zebaoth! über das andere anstimmen werde. Ja! Ja! Eja! Ach wäre ich nur schon da!«

»Ach wär, o Jesu, ich doch schon zu dir gerücket,
Daß meine Seele sich an deiner Huld erquicket!
Da wollt ich herzen dich, da wollt mit vielen Küssen
Dich, o mein Jesu, ich in meine Arme schließen!«

Hier stehe auch ein Lied des Kalendermanns, in welchem sich dieselbe Innigkeit des Glaubens an seinem Gott, den Herrn des Weltalls, ausdrückt.

»Wie ist das Werk so wohl bedacht,
Das, Vater, du hervorgebracht,
Daß ich mit Fleiß es schaue,
Mein Herz daran erbaue.

Es sagt's ein Tag dem andern nach,
Es ruft's die Nacht dem Tage nach,
Es rühmen alle Werke,
Herr, deine Huld und Stärke!

Wie glänzt die Sonn', wie lacht die Au!
Wie prangt die Blume schön im Thau!
Wie glänzt des Vogels bunt Gefieder!
Zu deinem Preise singt er Lieder!