»Was nun den Krieg betrifft, den Etliche voraussagen wollen, wie nämlich Krieg zu erwarten, wenn am neuen Jahrestage der Morgen roth erscheine oder wenn an Pauli Bekehrungstag der Wind stark weht, so ist nur das wahr, der Krieg ist eine Strafe Gottes, damit er die Bosheit der Menschen heimsuchet. Und es bleibt allein dabei: wie die Arbeit, so der Lohn; denn Gott ist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, wer böse ist, bleibet nicht vor ihm. Er dreuet täglich, will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzet und seinen Bogen gespannt und zielet. Darum, wenn wir

also leben, daß er ein Wohlgefallen an uns hat, so wendet er allen Krieg und Unruhe von uns ab.«

»Ob ein gesundes, oder ein ungesundes Jahr zu erwarten sei, solches vorher zu sagen, läßt sich nicht wohl thun. Doch aber, wenn man den Ursprung der Schwachheiten und Krankheiten eigentlich untersuchet, so kann man endlich leicht schließen, daß in einem jeden Jahre Schwachheiten und Krankheiten sich einfinden. Denn der eigentliche Ursprung der Krankheit ist Sünde. Da nun kein Jahr, kein Tag, keine Stund', keine Minute vorübergeht, daß die Menschen nicht sündigen, so können auch allezeit Krankheiten und Gebrechen sich ereignen. Denn Paulus sagt Römer 6: »Der Tod ist der Sünden Sold.«

Nach diesen Grundsätzen verfuhr der Kalendermann vom Veitsberg in seinen Kalendern; muß nicht der Nutzen, den er seiner Umgebung brachte, gar groß gewesen sein? Er hat ihrer in seinem Leben viele verfaßt, auf jedes Jahr einen für den Hausgebrauch, und wenigstens ein Dutzend größere Kalenderwerke, für geübtere Liebhaber der Sternkunde und der Kalenderwissenschaft, die mit großer Gründlichkeit, vielem Fleiße und tiefer Gelehrsamkeit geschrieben sind. Ob eines dieser Werke zu seiner Zeit gedruckt worden sei, habe ich nicht erfragen können; ich zweifle auch daran, denn der Kalendermann war zu bescheiden, um nach Ruhm von draußen her zu trachten. Die Werklein sind aber so schön und mit Handzeichnungen so sauber gezieret, daß man sie noch jetzt mit Wohlgefallen betrachtet, und den Mann bewundert, der sie allein zu Gottes Ehre, und sich selber zu Nutzen und Ergötzen schrieb. Daher sein inniger Dank gegen Gott am Schlusse eines jeden Werk

leins. Sein immerwährender Kalender schließt mit den Worten:

»Nun sag' ich zum Beschluß:
Mein Jesu habe Dank
Für seiner Weisheit Gaben,
Die mir zu diesem Werk
Sehr wohl gedienet haben;
Ich will dich loben hier
Ja noch in dieser Zeit,
Und endlich auch bei Dir
In froher Ewigkeit.
Da will ich schauen Dich
In solchem Glanz und Wonne,
Sowie ich habe hier
Geschaut' die Stern' und Sonne.«

Am Schlusse des ersten Theils der Kalenderlust stehen die Worte:

»Nun hab' den ersten Theil von der Kalenderlust
Historice vollbracht, soviel davon gewußt.
Jehova, Dir sei Dank, der Du mich stark gemacht,
Daß ich hab' diesen Theil soweit zu Stand' gebracht!
Wenn mir der treue Gott wird geben Glück und Heil,
So soll auch folgen noch hierzu der zweite Theil.
Der wird von solcher Lust die Praxis legen dar,
Wie man Kalender macht auf ein begehrtes Jahr.«

Und der Schluß des ganzen Werkes heißt:

»Da nun der zweite Theil von dieser Lust geendet,
So ist das ganze Werk durch Gottes Gnad' vollendet.
Ich leg' die Feder hin, erhebe mein Gemüthe
Mit innigster Begier, und preise Gottes Güte.
Dem, der das große Rund so prächtig dargestellt,
Und der der Zeiten Lauf eintheilt, wie's ihm gefällt;
Dem, der da ist der Herr des Himmels und der Erden,
Ja, der da ist und war und nie kann anders werden;