Jetzt bin ich mit dem verdammten Klotz durch, dachte Asmus; da kam der Lehrer und stellte das Prisma etwas nach rechts.
Asmus richtete einen langen Blick auf Herrn Semmelhaack und zeichnete dann das rechtsstehende Prisma.
Danach kam Herr Semmelhaack und stellte der Abwechslung wegen das Prisma etwas nach links.
Per aspera ad astra, dachte Semper und machte auch das.
Hierauf nahm der »Lehrer« das Prisma und stellte es Sempern wieder gerade vor die Nase, aber »über Eck«, so daß man drei Flächen auf einmal sah.
»Es ist allerdings etwas Anderes und Neues,« sagte sich Asmus, betrachtete Herrn Semmelhaack mit einem noch viel längeren Blick und machte sich wieder an seinen vertrauten Klotz.
In verzweifelten Momenten schaute Asmus sich sehnenden Blickes um; es gab überall nur Holz und Gips. Der größte Künstler unter den Schülern zeichnete einen pompösen Blumenstrauß – von Gips. In der ganzen Anstalt, soweit er hineinblicken konnte, sah er kein lebendiges, erfreuendes Objekt.
Er traute seinen Augen nicht, als Herr
Semmelhaack eines Tages das dreiseitige Prisma wegnahm und einen neuen Klotz brachte. Dieser Klotz bestand aus zwei vierseitigen Prismen, die im rechten Winkel aneinander saßen. O, damit konnte man nun die tollsten und interessantesten, die bizarrsten und perversesten Dinge vornehmen; bis zum jüngsten Gericht konnte man das immer anders aufstellen. Als Asmus bei der siebenten Stellung war, da lag der Winkelklotz da wie eine Sphinx, die ihre Arme breit über die ganze lange Bank legte, den Kopf in die Hände stützte und ihn anglotzte und angähnte, und dann sagte die Sphinx, indem sie immer zwischen zwei Worten gähnte: »Ich kann – dreihundertfünfundneunzig Millionen – Stellungen – einnehmen – huu – ja.«
»Das hält kein Nilpferd aus,« antwortete Asmus.