Es dringen Blüten Aus jedem Zweig Und tausend Stimmen Aus dem Gesträuch!

und dann warf er ihr ganz sachte und heimtückisch ein Häuflein Schnee zwischen Hals und Kragen.

Sie kreischte auf und schüttelte sich, und dann sah sie ihn mit einem langen Blick, mit einem Lächeln voll Wehmut und Staunen in die Augen. Sie bestaunte dies Wunder einer Fröhlichkeit, die sie in ihrem Leben noch nie gesehen hatte, die sie auch bei ihm nicht vermutet hatte; denn er war ihr meistens in ernster Stimmung entgegengetreten. Diese Lustigkeit berauschte sie, daß sie mit beiden Händen seinen Kopf ergriff und ihm das Gesicht mit Küssen bedeckte. – –

Ich hört’ ein Bächlein rauschen Wohl aus dem Felsenquell

sang er.

»Wo?« rief sie lachend.

Da legte er wieder den Arm um sie und sagte: »Überall. Überall hör’ ich Quellen rauschen. Hörst du sie nicht

Sie hatte den Kopf an seine Schulter gelegt und die Augen geschlossen. »Hier laß mich liegen bleiben und träumen und immerfort deine Stimme hören und gar nicht wieder aufwachen.«

Er neigte sich zu ihrem Ohr, wiegte sie sanft in seinen Armen hin und her und sang mit leiser, leiser Stimme:

Horch, horch, die Lerch’ im Ätherblau! Und Phöbus, neu erweckt, Tränkt seine Rosse mit dem Tau, Der Blumenkelche deckt, Der Ringelblume Knospe schleußt Die hellen Äuglein auf: Mit allem, was da reizend ist, Du süße Maid, wach auf!