Nur die Würdigste von allen Soll beglücken deine Wahl, Und ich will die Hohe segnen, Segnen viele tausendmal.

»Heute gibt es nicht wenig Frauen, die darüber lachen und höhnen,« sprach er.

»Kann man anders empfinden, wenn man liebt?« fragte sie. »Ich wenigstens kann mir keine andere Liebe denken.«

»Und eine Frau, die so empfindet,« fuhr er fort, »wird im Hause des Mannes die stolzeste der Frauen sein, sie wird der ‘Stern der Herrlichkeit’ sein, zu dem Mann und Kinder in

der Stille ihres Herzen beten, zu dem sie aufblicken, wenn sie den Glauben an die Welt verloren haben und wiederfinden möchten.«

»Muß sie dann nicht eine Heilige sein?«

»Nein, so wenig wie je ein Mann die Verehrung verdienen kann, die aus den Frauenliedern Chamissos klingt. Nicht das entscheidet ja, was wir sind – du lieber Gott, wo bliebe ich! –, sondern wie sehr wir geliebt werden, das entscheidet. Das ist die Wahrheit des Christentums, daß uns Liebe erlöst.«

»Asmus,« rief sie ängstlich, »ich zittere und bange, wenn du mich über dich erhebst. Wenn du wüßtest, wie wenig ich das verdiene –«

»Zittere und bange nur,« rief er, »ich habe Mut, wenn ich dich ansehe, einen Mut, einen Mut –«

Er riß sie jauchzend an sich und küßte sie, daß sie aufschrie.