»Gewiß,« sagte Asmus.
»Schreib mir sobald als möglich, wie es Vater und Mutter geht – sie werden allmählich alt.«
»Ja, ja,« sagte Asmus nachdenklich.
»Mach’ ihnen nur recht viel Freude. Sowie ich etwas übrig habe, schick’ ich auch Geld.«
»Aber überarbeite dich auch nicht,« fügte Johannes noch hinzu. Dann schwiegen sie wieder. Und wieder hub in Asmus die sanfte, traurige Weise an:
Je vais donc quitter pour jamais Mon doux pays – – –
Endlich waren sie am Landungsplatz, und da griff der Anblick der vielen Hunderte von Zwischendeckspassagieren wie mit Krallen in Asmussens Herz. Er wußte ja von all diesen Leuten gar nicht, warum sie auswanderten, ob sie es gern oder ungern taten, was sie erhofften und was sie verließen; aber er sah in dieser ganzen Masse von Männern, Weibern und Kindern mit ihrer in Bündel geschnürten Habe nur ein großes Elend, ein großes, bitteres Elend, und zum ersten Male in diesen Tagen des Abschieds traten ihm heiße, reichliche Tränen ins Auge. Er trocknete sie schnell; denn es galt, Abschied zu nehmen und den Brüdern ein fröhliches, ermunterndes Gesicht zu zeigen. Der guten Frau Rebekka wollte fast das Herz brechen, und sie empfahl ihren Söhnen noch hundert Dinge, die sie nicht vergessen sollten; sie knöpfte Alfred den Rock zu und knotete Johannes den Schal fester um den Hals, um sie gegen die rauhe Seeluft zu schützen, die indessen von Hamburg noch fünf
Stunden weit entfernt ist. Endlich fuhr das Schiff unter Hurrarufen und Winken der Zurückbleibenden davon.
Als Asmus wieder daheim war, ging er heimlich ins Schlafzimmer, wie er von jeher getan, wenn er mit sich allein sein wollte. Er trat ans Fenster und blickte nach Westen. Wo werden sie jetzt sein, dachte er.
Je vais donc quitter – – –