Der Exzeß schien ihm nichts geschadet zu haben; nach acht Tagen saß er wieder im Kontor. Aber schon nach vier Wochen streckte ein neuer, heftigerer Anfall ihn nieder.

»Ich möchte mich zerfleischen,« sagte er zu dem Freunde, der an seinem Bette saß. »Ich

bin abscheulich gegen meine Eltern und meine Geschwister, und dabei opfern sie sich für mich auf. Das weiß ich ganz genau, und doch kann ich nicht anders. Mich ärgert alles, was ich sehe, und wenn ich allein bin, heul’ ich vor Reue wie ein dummer Junge.«

Er rappelte sich abermals heraus und zog nun ans Elbufer; von der Luft dort hoffte er Genesung. Zu einer weiteren Reise langten die Mittel nicht. Dort hatten die beiden in Ritschers Garten noch einen schönen, sonnigen Nachmittag.

»Ich hab’ in einer Ewigkeit keine Zigarre geraucht,« sagte Sturm leise vor sich hin, »ob ich’s mal wieder riskiere?«

Asmus riet ihm ab. »Wart’ noch ’n bißchen, dann kannst du rauchen, soviel du willst.«

»Meinst du wirklich, daß ich wieder ganz gesund werden kann?« fragte Sturm schnell, eifrig, mit sehnsüchtig-heiteren Blicken. Das Licht der untergehenden Sonne stand in seinen Augen.

Asmus lachte laut auf über diesen Zweifel an etwas Selbstverständlichem. Und Sturm lächelte glücklich und glaubte dem Freunde alle Versicherungen, die er sonst zurückgewiesen hatte.

Und nach einem glücklichen Schweigen sagte er:

»Du – gib mir doch eine Zigarre.«