»Ich hab’ leider keine mehr bei mir,« log Asmus.
»Das ist nicht wahr; ich habe ja gesehen, daß du noch mehrere hast. Daran seh’ ich, was du in Wahrheit von meiner Gesundheit hältst.«
»Na, lieber Freund, wer nicht rauchen darf, ist deshalb doch noch kein Todeskandidat; bedenk’ doch, daß du erst –«
»Ach, laß nur,« machte Sturm und erhob sich. Seine Hoffnung war erloschen wie ein Licht von einem Windstoß. Auf dem Heimwege fielen nur ein paar nichtssagende Worte. Asmus machte wohl einen Versuch, den Freund wieder zu ermuntern; aber dieser sah ihn nur mit großen ernsten Augen von der Seite an und schwieg. In seiner Verlegenheit und in seinem Kummer tat Asmus das Verkehrteste, was er tun konnte, er zog die Zigarrentasche und sagte: »Willst du eine Zigarre haben?«
Sturm lachte kurz auf. »Nein, ich danke, jetzt nicht mehr.«
Als Asmus ihn nach drei Tagen besuchen wollte, vernahm er, daß Alfred Sturm »seit gestern« im Hamburger Krankenhause liege, und als Asmus dorthin kam, durfte der Kranke nur ganz wenig und im leisesten Flüstertone sprechen.
»Wie geht’s?« fragte Asmus.
»Sehr gut, ich darf nur nicht sprechen,« flüsterte der Kranke. Und Asmus erzählte von diesem und jenem, wie vernünftig es sei, ins Krankenhaus zu gehen, wo die Pflege natürlich viel umfassender sein könne als zu Hause, und wie sehr man den Freund in der »Treue« vermisse;
aber es schien ihm, als ob der Patient nur mit halber Aufmerksamkeit zuhöre und als ob er um einen Entschluß kämpfe. Endlich zog er unter der Bettdecke ein Blatt Papier hervor und hielt es dem Freunde hin:
»Da – es ist natürlich Unsinn – aber ich wollt’ es dir doch geben –.« Asmus nahm das Blatt und las: