»Auch ich erhöbe gern auf leichten Schwingen Den müden Geist zu dichterischem Flug, Und schon seit langem streb’ ich ernst genug, Dir, teurer Freund, ein leidlich Lied zu singen.«

So schriebst Du jüngst nach qualerfülltem Ringen, Als nächtens nach des Schlummers mildem Trug Dein brennend Aug’ umsonst Verlangen trug, Und heute hör’ ich’s noch im Herzen klingen.

Begnüge Dich! Du trägst nach heißem Ringen Ins Reich der Geister ungetrübt von hinnen Die hehre Poesie der Herzensreinheit.

Auch ich erhöbe gern auf leichten Schwingen Einst meinen Geist, wenn Raum und Zeit zerrinnen, So frei und stolz zum Frieden der All-Einheit.

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Auf Deinen Sarg fällt manche Träne nieder Und bange Seufzer irren durch die Luft. Ich starre trocknen Auges in die Gruft; Kein warmer Tropfen quillt durch meine Lider.

Ich steh’ betäubt, von Schmerz gelähmt die Glieder, Und faß es nicht, daß unter Glanz und Duft So holder Blumen gähnt die düstre Kluft ... Ich kann nicht weinen. Doch ich kehre wieder!

Wenn ich die Menschheit jammernd höre sagen: »Die Besten müssen früh von hinnen gehen!« Dann wird zu Dir mich die Erinnrung tragen.

An Deiner Gruft werd’ ich im Geiste stehen, Und von der Menschheit angsterfülltem Klagen Wird auch ein Hauch um diese Stätte wehen.

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