»Schweigen Sie doch!« rief der Pastor zornig, »wie können Sie das wissen?«
»Weil ich meinen Freund kenne; dergleichen tut er nicht,« versetzte Asmus als Eideshelfer.
»Ich rede überhaupt nicht mehr mit Ihnen!« eiferte Zump gegen Sempern und wandte sich an Morieux.
»Und Sie? Haben Sie etwa nicht gesagt: »Ich habe die Ehre, Sie nicht zu kennen!« (Das schien der Pastor also wirklich gehört zu haben.)
»Nein,« rief Morieux mit diabolischen Gesichtsverzerrungen, »ich habe gesagt, daß ich nicht die Ehre hätte, Sie zu kennen.«
»Jawohl, das hat er gesagt,« erklärte Asmus mit Nachdruck, und die andern stimmten zu.
Pastor Zump warf einen Blick auf ihn wie der Prophet Elisa auf jene Knaben, die er von zween Bären zerreißen ließ, dieweil sie gerufen hatten: »Kahlkopf, komm herauf!«
Und dann machte er eine große Armbewegung über alle vier Köpfe hin und sagte: »Ich bin fertig mit Ihnen, Adieu.« Aber als sie nahe der Tür waren, sprach er mit einem besonderen Blick für die drei anderen (Asmussen würdigte er keines Blickes mehr): »Wenn der
eine oder der andere von Ihnen mir etwas anzuvertrauen hat, so werde ich ihn gern empfangen.«
Er mochte wohl hoffen, daß einer von den dreien vor Unterleibsschwäche abfallen und reumütiges Bekenntnis ablegen werde, und das war nicht fein von ihm. Nach vielen Jahren erst erfuhr Asmus aus wahrem Munde, daß dieser Pastor Zump ein guter, hilfsbereiter und opferfreudiger Mann gewesen sei. Seine Verfolgung der vier Jünglinge war vermutlich auch so ein Steinchen gewesen, das ihm die bucklige Schwester des Schicksals unter die Füße gerollt hatte.