„Wieso? Ich bin nie krank!“
„Aber hast wohl müssen im Bettchen liegen oder im Zimmer bleiben?“
„Nein, ich bin alle Tage draußen herumgerannt; ich war gar nicht eine einzige Stunde krank.“
„Hm!“
Mister Brown grunzte voll Behagens, und ich fühlte mich in der Rolle des blamierten Europäers nicht recht wohl. So mahnte ich zum Aufbruch. Die Mädchen schlenderten mit dem Kinde voraus, und ich folgte mit Mister Brown in einiger Entfernung. Jetzt wollte ich dem Fuchs an den Kragen.
„Ich finde eine merkwürdige Ähnlichkeit zwischen Ihnen, Mister Brown, und meinem Freunde Stefenson. Sie haben dieselben Augen, dieselbe Nase, dasselbe Kinn und dieselbe Sprache, ja sogar dieselbe Art, sich zu räuspern. Ist das nicht merkwürdig?“
„Sehr merkwürdig!“ entgegnete Brown. „Ein Schnorrer drüben hat mir mal gesagt, ich sähe Kaiser Wilhelm ähnlich. Dem habe ich es noch halb und halb [pg 176]geglaubt und ihm fünf Prozent dessen geschenkt, um was er mich anpumpen wollte, aber eine Ähnlichkeit zwischen mir und Stefenson hat noch niemand herausgefunden. Ich bin Ihnen übrigens für die gute Absicht, mir etwas Angenehmes sagen zu wollen, sehr verbunden.“
Er schaute mich an, und ich blickte in ein stockfremdes Gesicht. Auch glaubte ich trotz des Abenddämmerns genau feststellen zu können, daß dieser Bart nicht angeklebt, daß diese Haare keine Perücke seien. So wurde ich an meiner Entdeckung irre, und da ich einen zweiten Hineinfall nicht erleben wollte, sagte ich: „Gott, man kann sich täuschen!“ Da blieb er stehen, sah mich an und sagte:
„Sie haben mich wohl gar für Stefenson selbst gehalten, der Ihnen in einer Ferienmaske was vormimt? Dem alten Knaben wäre ein solcher Streich zuzumuten, he?“
„Aber nein – aber nein! So ähnlich sind Sie ihm nun doch nicht.“