Keine Antwort.

„Sie machen sich unglücklich. Warum antworten Sie nicht?“

„Ich kann nicht!“

Nun wandte ich mich an Barthel.

„Lieber Barthel, denken Sie nicht ein ganz klein wenig an den guten Ruf unserer Kuranstalt? Habe ich es nicht immer gut mit Ihnen gemeint? Warum bereiten Sie mir diese schwere Ungelegenheit?“

Da begann er zu weinen.

„Ich kann es nicht mehr ändern. Verzeihen Sie mir ...!“

Ein Knecht wurde aufgefordert, ein Pferd vor einen Wagen zu schirren. Darauf fuhr der Kommissar mit Barthel nach dem Waltersburger Amtsgerichtsgefängnis. Frau Susanne lag in Schreikrämpfen, auch die anderen Frauen weinten laut. Ich verließ den Forellenhof. In allen Stuben unserer Ferienanstalt brannte Licht. Ich wußte, in den meisten erörterte man die sofortige Abreise. Ich ging nach der Direktion. Der Direktor war noch immer nicht aufzufinden. So setzte ich mich in seinen Schreibtischstuhl und starrte ohne eigentlich klare Gedanken ins Licht der Lampe. Draußen kehrten kleine Trupps von Verfolgern zurück. Sie hatten von dem Flüchtling nichts entdeckt, wie zu erwarten gewesen war. Kurz nach zehn Uhr läutete das Telephon. Verbindung von Neustadt.

„Der polizeilich gesuchte Josef Wiczorek, alias Ignaz Scholz, ist soeben, als er in einen Wagen vierter Klasse des neun Uhr siebenundvierzig Minuten hier abgehenden Personenzuges steigen wollte, verhaftet worden ...“

Ich sandte nach dem Prinzen, bestellte einen Wagen, und wir fuhren nach Neustadt. Auf der Polizei wurde [pg 297]uns weiter keine Auskunft erteilt, als daß Wiczorek eingesperrt sei und wir alles Weitere abzuwarten hätten.