„Wie ist das möglich? Wie ist das nur möglich?“ Stefenson machte den Eindruck verdattertster Hilflosigkeit. Da sprang ich vom Tisch herunter, brach in Gelächter aus und schrie jubelnd:
„Wir haben einen alten, sehr alten Fuchs gefangen. Horrido!“
Eva hatte glührote Wangen. Sie trat auf den wie angewurzelt dastehenden, staunenden Stefenson zu, reichte ihm die Hand und sagte mit warmem Ton in der Stimme:
„Mein Lieber, Sie werden mir wegen dieser Komödie nicht zürnen. Eine kleine Strafe wenigstens hatten Sie für Ihre Ignazmaskerade doch wohl verdient.“
„Ich verstehe nichts – nichts von allem“, stammelte Stefenson. Da griff ich ein.
„Also, lieber, alter Fuchs, ich will Ihnen alles kurz erklären, was jetzt Ihr in eine Wolfsgrube gefallener Verstand doch nicht von selber findet! Die Sibylle, die Sie befragt haben, war niemand anders als Fräulein Eva selbst.“
„Oh – oh – und die wirkliche Sibylle?“
„Sitzt in der Dachkammer und hat uns gegen Geld [pg 362]und gute Worte ihr Amtslokal mal vorübergehend überlassen. Ist das nicht gut?“
Er sagte nicht, daß das „gut“ sei. Ganz förmlich wandte er sich an Eva.
„Mein gnädiges Fräulein, es ist ja recht, recht liebenswürdig, daß Sie mit mir zu scherzen belieben; aber ich darf wohl einigermaßen erstaunt sein, da ich erst heute morgen in der Zeitung –“