Ich blieb bei ihr, wollte Luises Rückkehr abwarten.
Da sagte sie im Laufe des Abends:
„Ich weiß wohl, daß es nicht mehr allzu lange mit mir dauern kann. Aber sage mir, ob ich übers Jahr zu Weihnachten noch leben werde.“
„Bestimmt, Käthe.“
Da trat ein Lächeln auf ihre Züge.
„Das ist noch eine lange Zeit zum Glücklichsein!“
Hochzeit und Ende
Stefensons Hochzeit fand am späten Nachmittag des ersten Christfeiertages in aller Stille in der Waltersburger Kirche statt. Nur Evas Vater und ich waren als Trauzeugen gegenwärtig. Wir waren nicht über den Marktplatz, sondern auf einem Umweg nach der Kirche gefahren. So war das von Methusalem angeordnet worden. Auf demselben Wege, den wir gekommen, mußten wir auch wieder nach Hause fahren. Ich merkte, daß Stefenson verwundert war. Die heilige Handlung in der Kirche hatte ihn gerührt, und er hatte wohl erwartet, daß es von der Kirche direkt nach dem Marktplatz zu einer stimmungsvollen großen Weihnachts- und Hochzeitsapotheose gehen würde.