In den Zypressen stöhnte der Wind; er beugte die Wipfel, brach die Blütenzweige der Büsche und trieb Schwärme bunter Blätter in die Luft. Die aufgewühlten Wogen peitschten die Klippen, der Fels erbebte vom Anprall der wilden Flut; die Brandung stritt mit dem Sturm, wessen Stimme am grimmigsten zu tosen vermöchte.

Auf den Seelen der Inselbewohner lastete der graue Himmel, als wäre er der Deckel eines Sarges, der über ihnen, den Lebendigen und Atmenden, geschlossen würde. Tullus schlich blaß und stumm umher, als wandle er im Schlafe, aus dem selbst Accas Zauberstimme ihn nicht zu wecken vermochte. Zuweilen konnte man ihn starr vor sich hinschauen sehen und dabei die Worte murmeln hören: »Euch, ihr ewigen Götter!«

Eines Abends trat Atinas in die Kammer der Freunde. Indem er es vermied, seinen Sohn, der sich gerade bei Daunus befand, anzusehen, sprach der Priester mit rauher Stimme zu dem Gefährten: »Morgen gibt es einen freundlichen Tag. Der Regen hat aufgehört und der Wind ist umgeschlagen; das Meer beruhigt sich über Nacht. Getrautest du dir wohl, morgen nach Antium hinüber zu schiffen?«

»Wir haben noch Mehl genug; Wein und Öl reichen auch wohl für eine Woche.«

»Es ist diesmal nicht, um Mehl und Wein zu holen, daß du nach Antium sollst.«

Verwundert blickte Daunus auf: »Weshalb sonst?«

»Du sollst mich hinüberbringen.«

»Dich, Atinas? Du willst nach Antium?«

»So sagt' ich.«

»Aber was willst du dort?«