Und nach einer Weile leise, mit bebender Stimme: »Bist du glücklich, Acca?«
Sie nickte ihm zu: »Ich bin glücklich, Tullus.«
Trotz dieser Versicherung glaubte er sie trösten zu müssen: »Sie werden nicht allzusehr um dich besorgt sein; wissen sie doch, daß du bei mir bist! Was sollte dir da geschehen können? Siehst du nun ein, wie unnütz du dich quälst? Mutter Larina wird jammern und Vater Daunus schelten, nicht allzusehr! Sie werden sich gewiß denken können, wie alles gekommen ist; daß ich fortwollte, daß du mich nicht zurückhalten konntest, und daß du dann natürlich mit mir gegangen bist. Es war wirklich ganz natürlich, daß du mich nicht allein ließest. Sicher werden sie das einsehen! Sie haben uns wie Gefangene gehalten, ich wäre beinahe gestorben. Wenn man jung ist und auf einer Klippe lebt und die Welt jeden Tag vor Augen hat und doch nicht hin kann, und wenn man fühlt, wie man zu etwas Besserem taugt, zu etwas Größerem; wenn man etwas tun will, etwas tun muß — ach, Acca, Acca, mir ist so wohl, ich fühle mich so frei, so stark, so — — ich kann es nicht sagen, aber die Götter wissen es. Sieh nur die Herrlichkeit! Ist es denn möglich, daß die Welt so groß, daß sie so schön ist? Sei glücklich! Wir wollen glücklich sein!«
Sie nickte ihm wieder zu: »Das wollen wir.«
Eine Weile schwiegen sie; dann flüsterte Tullus, die zarte Gestalt seiner Gefährtin mit scheuem Blicke streifend: »Acca!«
»Ja.«
»Dir ist doch nicht bang?«
»Wovor sollte mir bang sein?«
»Vor der Stadt, vor den Menschen, vor Rom, vor der Welt. Aber du hast ganz recht; wovor sollte dir bang sein? Sind doch die Götter bei uns.«
Acca wendete sich ab.