»Wohin gehen wir?«
»Wohin die Götter uns führen. Fürchtest du dich?«
»Nein, nein.«
»Morgen sind wir in Rom, morgen finden wir meinen Vater, Acca —«
Was mochte es sein, das der nächste Tag bringen würde? Es war Tullus, als müßte etwas Großes, Ungeheures geschehen, etwas, danach sie beide nicht länger würden leben können. Doch was es auch sein mochte, es wurde ihnen von den Göttern gesendet.
Der mächtige Schatten erwies sich als eine Waldung hoher, dichtbelaubter Steineichen; am Rande des Haines stehend, schauten sie vor sich in eine weitklaffende Höhle. Tullus sagte: »Bleibe hier! Ich will hinein und sehen, was drinnen ist.«
Aber Acca faßte seinen Arm und drängte sich an ihn. So schritten sie denn zusammen in das Dunkel.
Als ihre Augen sich an die Finsternis gewöhnt hatten, fanden sie, daß der Hain voller Grotten und Höhlen war, die tief in das Innere der Erde hinab zu führen schienen. Tullus wollte an der unheimlichen Stätte nicht bleiben, aber Acca war zu sehr ermattet. So riefen sie denn die Ewigen zu ihrem Schutze an, Acca begab sich in eine der natürlichen Felsenhallen und Tullus lagerte sich am Eingang nieder, entschlossen, kein Auge zuzutun und den Schlaf der Geliebten zu bewachen. Um noch einmal ihre liebe Stimme zu hören, rief er leise in die Grotte hinein: »Acca, bist du glücklich?«
»Glücklich,« tönte es zurück wie der zitternde Widerhall seiner eigenen Stimme.