Tullus hörte diese Reden, und als er über einer der Triumphpforten, die am Abend der siegreiche Cäsar durchschreiten sollte, in goldener Inschrift die Worte las: »Euch, ihr ewigen Götter!« zuckte der Jüngling zusammen und wendet sich jählings ab.

Es dämmerte. Vor dem Palast des Cäsars zog die Leibwache auf, drängte die Menge zurück und besetzte die Straße. Die Senatoren und Ritter, die Sänger und Flötenspieler erschienen. Im Volke ward es still, nach dem wilden Getöse ein Todesschweigen.

Schnell nahm die Finsternis zu. Plötzlich erschallten feierliche Stimmen. Wie aus den Lüften herab schwebten die Töne über die dunkle Erde — der Sterbegesang der Christen.

»Hosianna! Hosianna!«

Es ward Nacht.


Durch die Hallen und Säle des Palastes wälzte sich der kaiserliche Zug: Nero, in schleppenden goldenen Gewändern, in den duftenden Locken einen Rosenkranz, den der Gott, wenn er im Zirkus der Welt als glanzvolles Tagesgestirn aufging, mit einer Strahlenkrone vertauschen würde. Eine Schar von Korybanten und Bacchantinnen umschwärmte den Unsterblichen; junge Weiber ließen aus kristallenen Gefäßen Wohlgerüche auf den Boden rieseln, schöne Knaben spielten Zither und schlugen silberne Becken, brachten dem auf Erden wandelnden Gott in goldenen Schalen Brandopfer dar, so daß dichtes Gewölk den Himmlischen und sein Gefolge umwallte.

Jetzt trat Nero aus seinem strahlenden Hause in die Finsternis. Vor dem Gott erhellte sich die Nacht — auf flammten die Fackeln!


Der Zug des Cäsars ward gestört. Tumult erhob sich, ein Gedränge entstand.