Sie war wieder einmal recht übellaunig gewesen heute, die Vef, und der Wastl vermied es, viel mit ihr zu reden. Würde schon wieder besser werden mit dem Humor, wenn erst der Schnee ganz dahin war und man wieder mehr hinaus konnte ins Freie.

Der Wastl gab sich den Anschein, als bemerke er die schlechte Laune seines Weibes gar nicht, obwohl die Vef alles tat, um nur ja recht viel Lärm zu verursachen. Sie klapperte in überflüssiger Weise mit der Pfanne und warf die Deckel auf dem Fußboden herum, und als sie endlich mit der Kocherei fertig war, rief sie laut und mit zorniger Stimme: »Essengiahn!«

Sie mußte ein Ventil haben, die Vef, um jeden Preis, und wenn ihr schon kein Mensch den Gefallen erwies, sie zu ärgern, dann mußte sie eben ohne Ursache schreien. Der Wastl folgte gehorsam und schweigend dem zornigen Ruf, ließ den Säugling in der Wiege liegen und ging mit schwerfällig langsamen Schritten zu dem Tisch, wo die Muspfanne aufgetragen stand.

»Essengiahn!« wiederholte die Vef scharf, als sich der alte Mann noch immer nicht von seinem Platze rührte. Der Göd aber hörte ihren Ruf nicht mehr ...

Bis ins Innerste ihres Herzens war die Vef erschüttert, und ihr ganzer Unmut war mit einem Male verflogen.

»Wastl ... der Göd ...« Das war alles, was sie herausbrachte, als sie die regungslose Gestalt des alten Mannes sah, der tief in sich zusammengesunken war und den Kopf hängen ließ. Die Augen lagen starr und gebrochen in den tiefen Höhlen.

»Jessus Maria!«

Es war ihnen beiden doch recht überraschend gekommen, dieses jähe Ende des Alten. Und so sehr sich die Vef den Winter über vor dem Tod gefürchtet hatte, so bitter griff es ihr jetzt ans Herz, da er nun wirklich Einkehr hielt in ihre kleine Hütte.

Noch nie war ihr ein naher Verwandter gestorben, und niemals noch hatte sie einen Menschen sterben sehen. Um den eigenen Vater hätte das junge Weib nicht mehr und nicht ehrlicher weinen können wie um den Göd ihres Mannes. Sie schüttelte den Alten und rüttelte ihn und wollte es gar nicht glauben, daß er nun wirklich dahingegangen war.

»Göd! Göd!« schluchzte sie laut und fassungslos.