Zu Lichtmeß schon sollte der vierte Sproß ihrer Ehe kommen, und gleich nach Weihnachten traf die Julie in der Gungl ein, um abermals bei der Schwester auszuwarten. Die Julie brachte wenigstens ein bissl Leben in das einförmige Dasein, und die Vef atmete förmlich auf, als die Julie fröhlich und lachend den Kopf zur Hüttentür hereinsteckte.

Was die Julie aber auch für Neuigkeiten mitbrachte! Schon in diesem Frühjahr, so erzählte sie, werde der Neubau vom Kramer Veit fertiggestellt sein. Ein großes, zweistöckiges Haus sei das und ganz aus Holz gebaut.

Wahre Wunder wußte die Julie darüber zu berichten. Alle Leut' sagten es weitum: »So eppas schian's, wie die Wirtschaft vom Kramer Veit, könnt' man do völlig nur in der Stadt finden. Und da kennet man's halt do, daß der Veit eppas von der Welt g'sechen und erfahren hat.«

»Du ... Wastl ... dös muß i mir anschaug'n giahn!« sagte die Vef ganz begeistert, und ihre Augen, die jetzt immer etwas trübe und matt schauten, leuchteten aufgeregt bei den Schilderungen der Julie, wie die Augen eines Kindes vor der Christbescherung.

»Die Julie kann derweil bei die Kinder bleiben, und i geh' auf a Woch'n hoam außi. Gelt, Wastl?« sagte die Vef bittend und in beinahe demütigem Ton.

Der Wastl nickte gutmütig. »Freilich. Bleib' nur glei a paar Wochen draußen!« meinte er in seiner schwerfälligen Art. »Nachher g'freut's di da herin wieder um so besser!« setzte er hinzu und stopfte sich in aller Behaglichkeit seine Pfeife.

»Ja!« machte da die Julie etwas gespreizt. »Aber i werd' enk halt nimmer einer kommen können.«

»Nit?« frug die Vef verwundert. »Ja, warum denn nit?«

»I bin halt ang'stellt im Fruahjahr, woaßt wohl. Muß Kellnerin machen in der neuen Wirtschaft draußen!« antwortete die Julie und spielte recht angelegentlich mit ihrem Schürzenband.

»Beim Florl?« frug der Wastl gedehnt und nicht ohne Interesse.