Leise kamen die Worte über die Lippen des Mannes.

Königin Heimat ...

Und noch einmal sprach er sie leise vor sich hin ... voll inniger Andacht ... wie ein Gebet ...

Und dann überquerte er mit schweren, aber sicheren Schritten die schmale Brücke, die über den Bach hinüberführte, und lenkte auf den Weg ein, der von der Gungl abbog und zu dem Teufelssteg hinaufging. Denn dieser Weg war kürzer. Und hinter dem Wastl folgte sein Weib mit ihren Kindern. Schweigend und mit leeren, geradeaus gerichteten Blicken und mit einem toten Herzen.

Denn alle Liebe, die sie einstmals zu der Heimat gehabt hatte, war in ihr erstorben.

Elftes Kapitel

Ein leuchtender Stern war mit Genovefa Perlmoser, verehelichter Hagspiel aufgegangen. Fast über ganz Europa leuchtete dieser Stern, und sieghaft erklang ihre herrliche weiche Frauenstimme nicht nur in den feinen Sälen der großen Städte, sondern auch vor Fürsten und Königen und Königinnen.

Florian Siegwein hatte, als er die Vef für seine kleine Gesellschaft gewann, wirklich einen Haupttreffer gemacht. Sie wurde der glänzende Stern seiner Sängerschar und verdunkelte alle, die um sie waren.

Fünf Jahre waren vergangen seit jenem traurigen Auszug aus der Gungl. Fünf Jahre! Dem Wastl erschienen sie endlos lange, und er erlebte sie wie einer, der in Verbannung schmachten mußte. Der Vef aber war es nur wie ein kurzer, rauschender Traum.

Es war staunenswert, wie diese Jahre die Vef gewandelt hatten. Ein üppig schönes Weib war sie geworden, voll Reife und hungriger Lebenslust. Ihr sonniges Wesen, ihr strahlendes Lachen und ihr urwüchsiger Humor bewirkten, daß ihr wie im Sturme alle Herzen zuflogen.