In der Stube roch es unangenehm nach saurer Milch und ausgelassenem Butterschmalz, ein Geruch, der augenscheinlich von der daneben gelegenen Küche hereindrang. Ein kleines Schubfenster, das offen stand, gewährte den Ausblick in die rußige, beinahe ganz dunkle Küche mit dem offenen Herd, auf dem ein Feuerchen lustig flackerte.
Eine Frau in mittleren Jahren streckte neugierig ihren Kopf durch das Schubfenster.
»Grüß Gott, Bäurin!« grüßte sie der Florl, der gerade mit dem Gesicht ihr zugewendet dasaß und so der erste war, der sie gewahr wurde.
»Grüß Gott aa!« kam es etwas mürrisch und verdrossen zurück. »Geht's Feuer machen aufi?« erkundigte sie sich dann mit lässiger Neugierde.
»Ja. Aufs Alpl aufi!« bestätigte der Florl.
Die Kinder hatten sich in die Stube hineingedrängt. Ein halbes Dutzend an der Zahl und wie die Orgelpfeifen in allen Größen. Sie waren alle mangelhaft gekleidet, bloßfüßig und sahen schmutzig und ungewaschen aus.
Ein paar der größeren Buben kletterten auf die Ofenbank und liefen barfüßig, wie sie waren, die Bank entlang, flüsternd und kichernd und einer über den andern stolpernd.
Die kleineren Kinder drückten sich langsam in die Nähe des Tisches und starrten mit offenem Munde auf den Fremden, über dessen Anblick sie sich ersichtlich noch immer nicht beruhigen konnten.
Die Mutter schimpfte mit schriller Stimme aus dem Küchenfenster.
»Werd's aber giahn von der Bank oder nit! Wart' ... i kimm enk!«