»Schau, Wastl ... verlang' dir's nimmer, das Leben!« versuchte der Florian den alten Freund zu trösten. »Hast's ja viel schöner daheim. I tauschet glei' mit dir, wenn i könnt', und hänget die verflixte Singerei auf'n Nagel!« redete er ihm gut zu. Aber der Wastl wollte keinen Trost.

»Du ... ja ... Du hast dei' Weib dahoam. Das ist anders!« sagte er einfach, aber der Ton schnitt dem Florl ins Herz.

Völlig aufdringlich war der Wastl dem Florian geworden, je näher der Tag der Abreise herankam. Wollte absolut mit und lungerte und lauerte um den Alpengasthof herum und bat und flehte, sowie er den Florl zu Gesicht bekam. Schließlich wurde der Florl grob gegen ihn. Konnte sich nicht anders helfen.

»Wenn i dir's sag' ... daß i di nit brauchen kann!« fuhr er den Wastl unwirsch an. »Sei do koa Lapp nit! Die Vef will di nit, und i brauch' di nit. Hast ja überhaupt koa Stimm' mehr!« sagte er brutal.

Da ging der Wastl, aber nicht hinunter zum Kramer Veit und der Notburg, sondern hinaus in das stattliche Dorf im Tal. Dort wußte er von einem Mann, der ihm das Gütl vom Göd abzukaufen wünschte. Und der Wastl verkaufte sein Heimatl und bekam Geld dafür. Der kleine Martl aber mußte hinaus, Bauernknecht machen auf einem fremden Hof, wie es der Vater in der Jugend gemußt hatte. Und der Jackl und sein Weib fluchten dem Wastl; denn der Wastl hatte ohne Rücksicht gehandelt und sie alle obdachlos gemacht.

Der alte Perlmoser wetterte und schrie. Verfluchte alle, die Töchter und den Schwiegersohn und den Florian Siegwein und den Kramer Veit. Denn dieser war der eigentliche Urheber an allem Leid, das über den Perlmoserhof gekommen war.

Ein rüstiger alter Mann, verbissen und innerlich mit allen zerfahren, das war der Perlmoser. Und sein Weib, die Perlmoserin, alt und gebrochen, legte sich nieder zum sterben. Sie war ehrlich müde geworden am Leben und verstand die Zeit und ihren Wandel nicht. War gut für das Weib, daß es sterben durfte.

So hatte denn der Jackl wieder ein Heim für sich und die Seinen; denn der Vater übergab ihm nun den Hof und ging in den Austrag. Stellte nur die eine Bedingung. Niemals dürfe der Jackl den Siegweinischen drüben auch nur ein Ei abliefern. Und niemals dürfe er einen Verkehr haben mit den Schwestern und mit des Siegweins Leuten. Das versprach der Jackl und hielt es auch. — — —

Und abermals waren etliche Jahre vergangen, und droben im Alpengasthof feierte man ein Fest. Die Perlmoser Julie hielt Hochzeit, heiratete, aber keinen der feinen Herren, die ihre Verehrer waren, sondern einen der Sänger, die mit dem Florian gereist waren. Und wollten in der Heimat bleiben, die jungen Leute, einen Gasthof auftun, drunten in der Nähe der Schlucht, wo die drei Wildbäche ineinanderflossen.

Es ging hoch her bei der Hochzeitsfeier der Julie. War ein halb städtisches und halb ländliches Fest. Mehr ein Theater, um den fremden Gästen einmal die Gebräuche einer Bauernhochzeit vorzuführen. Es fehlten die Verwandten und nächsten Freunde der Braut, und der Florian mußte Brautvater und die Regina Brautmutter machen.