»Hast g'nuag iatz ... Florl ... oder magst no oane fangen?« höhnte er ihn dann.
Sie standen alle im Kreise um den Rauflustigen, der die junge Frau mit dem einen Arm fest umklammert hielt, so daß sie ihm nicht entfliehen konnte. Und da viele der Burschen stark angetrunken waren, belustigten sie sich über den witzigen alten Kerl, lachten ihm zu und forderten ihn noch zum Widerstand auf.
»Recht, Stanis! G'halt dir's lei dei' Weibl!« rief einer.
»Gib ihr a Bussl!« munterte ihn ein anderer auf. Niemand schien ein Gefühl für die Lage der Dame zu haben, die ganz verzagt zu weinen begann. Daß dieser Spaß so enden würde, das hatten sie sich denn doch nicht vorgestellt.
Die meisten Herren und Damen hatten, als die Situation ungemütlich wurde, den Saal fluchtartig verlassen, so daß zuletzt nur die Bauernburschen mit ihren Dirndeln übrig blieben. Der Gatte der Dame sah sich allein und verlassen dem Stanis gegenüber.
»Lassen Sie meine Frau los ... unverschämter Kerl!« sagte er zornig. Er war jung, stattlich und groß und von vornehmer Herkunft.
Boshaft blinzelte der Melcher aus seinen kleinen schwarzen Augen zu dem Herrn empor.
»Ist's leicht dei' Weibl?« höhnte er.
Der Herr gab dem frechen Kerl statt jeder Antwort eine schallende Ohrfeige. Das half. Mit einem so jähen Ruck ließ der Stanis sein Opfer los, daß die junge Frau taumelnd nach rückwärts fiel und von einigen hilfsbereiten Burschen aufgehoben werden mußte.
Der Stanis aber sprang, einer Wildkatze ähnlich, seinen Gegner an. Umklammerte ihn und würgte ihn am Hals. Der Fremde wehrte sich mit viel Geschick, und der Florian eilte zur Hilfe herbei, dazu noch einige der Burschen. Aber der Stanis klammerte sich an den Fremden und hing ihm am Halse. Die Püffe und Stöße, die der Stanis nun von allen Seiten erhielt, reizten ihn zur höchsten Wut.