Mit aufgestülptem Kragen und in Pelze gehüllt eilten die Leute in die Dunkelheit der Nacht. Die Vef kam am Arme eines Verehrers, in kostbares Pelzwerk gekleidet, zu dem Wagen, der für sie bereit stand. Große Diamanten funkelten in ihren Ohren, und zornig zog sie die Stirn in Falten, als der Wastl auf sie zukam.
»Grüß dich, Vef!« Er streckte ihr mit glücklichem Lachen seine große, derbe Hand entgegen. »Grüß dich, Vef!« wiederholte er.
Die Vef achtete nicht darauf. »Bist schon wieder da?« sagte sie unwirsch. »I kann di heut' nit brauchen. Wir feiern Abschied!« erklärte sie mit Bestimmtheit und wollte an dem Mann vorübergehen und in den offen gehaltenen Wagen steigen.
Der Wastl aber vertrat ihr den Weg. »I hätt' zu reden mit dir, Vef ...« stieß er heiser hervor. Sein Herz klopfte ihm zum Zerspringen. Zornig stampfte die Vef mit dem Fuße auf.
»Pack' dich!« zischte sie. Und der Herr an ihrer Seite hob sie rasch in den Wagen und warf den Schlag zu.
»Schnell!« befahl er dann dem Kutscher. Und die Pferde zogen mit jähem Ruck an, stampften und wieherten vor Freude, daß sie nun laufen durften.
Das alles geschah so eilig, daß der Wastl beinahe unter die Räder gekommen wäre. Denn als er das giftige, herrische Wort der Vef hörte, traf es ihn wie Peitschenschlag ins Gesicht. Und einen Augenblick taumelte er ... nur einen kurzen Augenblick, dann schoß ihm das Blut heiß und schwer zu Kopf.
»Pack' dich!«
Und der andere hatte sie ... sein Weib in den Wagen gehoben und war mit ihr davongefahren.
Der Wastl lief, was er laufen konnte. Ohne Besinnen. Durch die Straßen und Gassen und Gäßchen und über die Plätze der großen Stadt lief er. Nur nach. Immer nach! Nur nicht den Wagen aus den Augen verlieren. Er mußte es wissen, wohin die Vef in der Nacht fuhr. Mit ihm ... dem anderen.