Es fiel dem Wastl mit der Zeit schwer, einen neuen Dienst in der Heimat zu finden. So wanderte er von Ort zu Ort, arbeitete und versoff dann wieder das Geld, das er sich verdient hatte. Bis er nach Innsbruck kam. Dort wurde er Taglöhner und schuftete und rackerte sich wie in alten Zeiten und kam dann wieder ganze Tage hindurch nicht mehr aus seinem Rausch heraus.

Dann war er womöglich noch gutmütiger wie im nüchternen Zustand. Lud alle ein, die um ihn saßen, daß sie seine Gäste sein sollten, und kriegte zum Schluß immer das besoffene Elend. Heulte wie ein Kind und ließ sich dann ruhig von den Kameraden aus der Schenke führen. Und wenn das Geld zu Ende war, dann arbeitete er wieder. Das war das Leben, das der Wastl in diesen letzten Jahren geführt hatte.

Sie kannten ihn alle in den Innsbrucker Schankwirtschaften, in denen er verkehrte, und mochten ihn gut leiden.

Jemand hatte es erfahren und herumgesprochen. In einer Weinkneipe in der Altstadt spielte und sang allabendlich eine Frau, die einmal eine gefeierte Sängerin gewesen war. Und hieß Genovefa Hagspiel.

Das Gerücht kam dem Wastl zu Ohren und traf ihn wie ein Schlag.

Die Vef ... und hier ... und wieder in der Heimat.

Wie ein Kreisel wirbelte dieser Gedanke den ganzen Tag im Kopfe des Mannes.

Die Vef ... und wieder in der Heimat ... Er mußte sie sehen ... die Vef ... mußte hingehen, dort, wo sie war und spielen sollte ... Ob sie sich wohl recht verändert hatte ... die Vef ...

Endlos lange dauerte ihm heute der Tag, und er bekam völlig Herzklopfen, als es endlich Abend wurde.

Die Vef ... und wieder in der Heimat ...