»I werd' mi ihr schon zu derkennen geben!« lachte der Kramer Veit laut und polternd und fletschte sein Roßgebiß. »Die Notburg ist dös schon g'wöhnt von mir.«
Die Bäurin erhob sich nun gleichfalls von der Bank, auf der sie gesessen hatte.
»Wie lang ist's her, daß du fort bist auf Amerika?« frug sie und machte sich neuerdings mit ihren Zöpfen zu schaffen.
»So an die zehn, zwölf Jahr' werden's sein!« lachte der Kramer Veit.
»Oder no länger!« sagte die Bäurin nachdenklich. »I moan, 's Regerl hat damals no nit amal recht laufen können. I denk's no, als ob's gestern g'wesen wär'. Bin mit ihr damals im Ladele g'wesen bei der Notburg. Da bist g'rad a paar Wochen dahin g'wesen, und die Notburg hat mir recht derbarmt. Und dem Regele hat sie so a schian's Bischkotenherz g'schenkt. Mir ist völlig fürkömmen, sie hat g'reart g'habt. Aber woaßt wohl! Fragen hat man die Notburg nia nix derfen. Dös war' alleweil g'fahlt g'wesen. So an Stolz wia sie g'habt hat.«
Ganz gesprächig war jetzt die Bäurin mit einem Male geworden und auch ganz zutraulich, während dem Manne, der da vor ihr stand, bei der Erzählung der Frau offensichtlich immer schwüler und unbehaglicher wurde. Sein dicker roter Kopf schien noch röter. Das gutmütige Lachen verschwand vollständig aus seinem Gesicht, das wieder hart und roh erschien.
»Weiß die Notburg, daß Ihr kommt's?« mischte sich jetzt das Regerl in das Gespräch. Sie war mit dem Kinde auf dem Arm zu der kleinen Gruppe getreten, die sich nun verabschiedete.
Veit Galler schüttelte den Kopf.
»Naa!« sagte er und hatte schon wieder den gutmütig freundlichen Gesichtsausdruck. »I geh' und i komm' g'rad wie's mir paßt. Bin aa koaner, der viel schreibt. Und bis so a Brief amal zu uns einer kimmt, da ist man völlig schneller von Amerika herenten!« lachte er.
»Wie lang habt's nacher ummer braucht, Kramer?« erkundigte sich der Florl interessiert.