Der Stanis spie, wie er das stets zu tun pflegte, bevor er zu raufen anfing, ein paarmal verächtlich auf die Erde.
»Hast's begriffen aa ... du ...« frug er scharf und sah lauernd zu dem andern auf.
»Ja!« nickte der Wastl. Es klang kalt und tonlos.
Jetzt brach die Empörung bei dem Stanis aus.
»Aft begreif' i di nit ... du Depp ... du ...« machte er zornig. »Ist do dei' Bua ... dei' Kind ...«
»Ja!« sagte der Wastl. »Und nachher?«
»Nachher?« Zornig schaute der Stanis auf den Kameraden. »Nachher? Dös fragst no ... du? Hast denn koa Bluat mehr ein? Koa G'fühl und koa Herz mehr? Reißen müasset's di ... kimmt mir für ... an alle Knochen und an alle Muskeln! Woaßt nit, daß dei' Bua iatz a Lump ist? Begreifst es nit, daß er erst a richtiger werd', bald's ihn wieder außerlassen? A Zuchthäusler ... so oaner wia du ... und i oaner bin ... den's alleweil antreiben wird, Schlechtes zu tun. Oaner, den sie verachten ... dahoam und in der Stadt ... oaner ...«
Mit einem wilden Schrei warf sich der Wastl über den Stanis und schmiß ihn zu Boden.
»Stad bist ... du ...« keuchte er außer sich und mit vor Zorn und Wut blutunterlaufenen Augen. »Stad ... sischt ...«
Der Stanis aber war noch immer so geschmeidig, daß er sich flink wie ein Aal aus den fest zugreifenden Händen seines Gegners entwand und dann rasch wieder auf die Füße zu stehen kam. Er war aber keineswegs empört über den Überfall, sondern ganz im Gegenteil hoch befriedigt davon. Wie ein naßgewordener Pudel schüttelte er sich die Erde von den Kleidern und sagte dann sehr ruhig und sehr zufrieden: »Ah ... ah so! Aft hast döcht no a Seel' ein ... du!«