»Wann i derfet, wia i möcht' ... Wastl ...« sagte der Stanis voll ingrimmigen Hasses ... »woaßt, was i tat'?«

Wortlos und ohne Verständnis schaute ihm der Wastl in die unruhig flackernden Augen.

»Anzünden tat' i die Bud'n da droben ... dö verdammte ...« flüsterte der Stanis mit heiserer Stimme. »Alles müsset verbrennen ... nix mehr derfet man sechen davon. Damit koa Schaden mehr kömmen könnt' ... von denen da oben.« Er ballte ingrimmig die dürren, knochigen Fäuste in der Richtung des kleines Hochtales, auf dessen anderer Seite er das große Fremdenhotel wußte. »Grad' wegen dö ist alles kömmen. Wegen dö alloan. War'n wir blieb'n, wia wir amerst g'wesen sein ... hatten wir nix Bess'res kennen g'lernt ... aft warst du mit dein' Weib no alleweil a Bauer in der Gungl drein. Moanst nit aa, Wastl?«

Der Wastl sagte kein Wort zur Erwiderung, und der Stanis wußte nicht recht, ob er seinen Haß begriffen und seine Rede auch aufgefaßt hatte.

Er saß noch lange ... lange Stunden in seinem Winkel im Garten, der Wastl, auch noch, nachdem ihn der Stanis verlassen hatte. Er saß und starrte in weite Ferne, hinüber zum Hochtal und zum Perlmoserhof. Aber sein Blick war nicht leer, und die dunklen Augen leuchteten wie seit langem nicht mehr.

Tagelang wurde der Wastl den bösen Gedanken nicht los. Er verfolgte ihn bei Tag und Nacht und weckte ihn aus unruhigem Schlummer. Immer nur der eine Gedanke ... die Rede des Stanis ... sein wilder, unbändiger Haß und dessen Ursache.

Sollte der Stanis recht haben? Hatten diese fremdländischen Neuerungen das Unglück in seine Heimat gebracht? Und wieder besprach er's mit dem Stanis ... lange und eingehend, bis es ihm zur fixen Idee wurde.

Dann wieder kam der Zweifel in seine Seele und eine Unruhe, und er kämpfte gegen das Böse, das Macht zu werden begann in seinem Herzen. Er zwang ihn nieder ... den bösen, gewaltsamen Gedanken. Bezwang ihn, bis er triumphierend wieder aufs neue erstand.

Wenn der Wastl jetzt in seinem Gartenwinkel saß, so brachte ihm der Blick in die nahen Heimatsberge keine Ruhe mehr und keine Zufriedenheit. Er sah mit Angst hinüber in die Gegend des kleinen Hochtals ... mit Angst und nagender Unruhe.

Da drüben ... auf der andern Seite des kleinen Jochberges ... da war das Dörfl, und in diesem wohnte sein Ältester. Sollte ein tüchtiger Bauer sein, der Martl, hatte ihn der Anderl immer wieder gelobt. Ob das aber auch Tatsache war? Der Anderl hatte es ihm ja auch verschwiegen, daß der Michl ein Lump geworden war und der Lois fern und verschollen lebte in fremden Landen. Jetzt hatte er es ja alles erfahren, haarklein und genau erfahren, der Wastl. Und jetzt traute er dem Anderl auch nicht mehr, wenn er den Martl lobte. Ob der wirklich ein ehrlicher Bauer war oder auch schon hinaufging in das große Gasthaus und dort zum Lump wurde?