Wie das gut tat, wieder einmal im Heu schlafen zu dürfen! Völlig gesund konnte einen der Duft machen. Und ganz ernüchtert war der Wastl mit einem Male und gar nicht mehr betrunken. Wühlte sich in das weiche Heubett ein, tief und wohlig, und schlief.
Und andern Tags schlich er sich heimlich aus dem Stadel, schaute umher, ob ihn wohl niemand sähe. Wollte nicht mehr zurück ins Siechenhaus, sondern fort ... tiefer ins Tal hinein ... und noch einmal den Weg gehen, den er so oft gegangen war, hinauf zum Perlmoserhof und beim Söllerbauer vorbei und dann hinüber zum Dörfl, um seinen Buben aufzusuchen, den Martl, und auch den Kramer Veit.
Fühlte sich ganz kräftig und gesund genug zum gehen, der Wastl. So eine Nacht im Heu kann Wunder tun. Macht einen völlig wieder jung. Und schnell brauchte er ja nicht zu gehen. Hatte Zeit genug, der Wastl, und auch Geld genug, wenn ihn hungern sollte.
Und als es Abend wurde, kehrte er in einem Gasthaus ein und aß und trank. Trank ein Viertele Rotwein um das andere, bis er abermals betrunken ward. Dann schlich er sich fort und nächtigte wieder in einem Heustadel. Am zweiten Tage aber erreichte er das Dörfl, wo der Martl war, sein Bub.
War völlig fremd geworden im Dörfl. Niemand erkannte den alten Mann. Barhäuptig, auf einen Stock gestützt, schlich der Wastl umher und merkte es nicht, daß sein Atem keuchte und die kranke Brust schmerzte. Und der Kopf war ihm dumpf und wirbelig.
Machte am kleinen Gottesacker halt, der Wastl, und betete am Grabe seines Kindes ein Vaterunser und ging dann in die Kirche. Er getraute sich nicht zum Kramer Veit und wagte es auch nicht, seinen Buben aufzusuchen. Wollte warten, bis es dunkel geworden war und dann heimlich durch die Fenster schauen, um den Martl zu sehen.
Dauerte recht lange bis zum Abend, und der Wastl hatte Hunger und Durst. Argen Durst, und die Kehle brannte ihm. Konnte nicht so lange warten bis zum Abend, sondern mußte den Durst löschen gehen, denn er hatte viel Geld. Geld genug, wenigstens für diese eine Nacht, und morgen würde dann schon der Kramer Veit für ihn sorgen. Morgen ...
Langsam, müde und geduckt kroch der Wastl, mehr als er ging, den Berg zu dem großen Hotel hinan.
Es war noch viel feiner jetzt hier oben, so erschien es wenigstens dem Wastl, als wie es seinerzeit unter dem Florl gewesen war.
Beinahe hätte ihm der Mut gefehlt zum hineingehen. So fein und nobel sah es von draußen aus. Heller Lichtschein überall ... gerade so wie in den großen Städten, wo sie gesungen hatten ... zuerst er und die Vef und dann die Vef allein. Das war damals ... ehe sie eine ...