Und jetzt durfte er nicht mehr hinein. Hatten ihn vor die Türe gesetzt in stockdunkler Nacht, die da drinnen, und ihm nichts mehr zu trinken gegeben. Er wollte aber trinken ... er mußte trinken ... um nicht immer denken zu müssen ... nur nicht immer denken ... an nichts mehr denken ...
Ein Hund schlug warnend an und zerrte an der Kette. Drohend und zornig. Und wollte sich nicht beruhigen. Der Wastl setzte sich auf eine der Bänke, die herumstanden, und horchte. Machte ein pfiffiges Gesicht, der Wastl ... ganz pfiffig ...
Ging ein Brausen durchs Tal ... von jenseits der Berge kommend, wo die Wetter sich ansagen. Und war schwarz und schwer und kein Stern am Himmel und kein Licht mehr drunten im Dörfl.
Dunkel und vornehm und still lag der weiße Block des großen Hotels. Konnte ihn gut sehen, der Wastl, sehr gut. Trotz der großen Dunkelheit ... Und der Wastl lauschte mit eingezogenem Atem und hörte, wie sich die Tür auftat und jemand aus dem großen Haus kam und zu dem Hunde ging, um ihn zu beruhigen.
War zornig, der Hund, und heulte gellend in die Nacht hinein. Und der Wastl kicherte leise und schadenfroh. Hat schon recht der Hund! Soll nur heulen. Ganz recht hat er. Sollen alle heulen ... die da droben ... alle ...
Und wieder schwang der Wastl voll ingrimmigen Hasses seinen Stock gegen das große Haus.
»Gesindel!« sagte er leise und mit verhaltener Wut. »Gesindel! Alle seid's Gesindel! Ös da droben! Alle miteinander!«
Sie mußten den Hund ins Haus bringen und einsperren, weil er so zornig tat. Und der Wastl hörte mit scharfem Ohr, wie er dann trotzdem wieder zornig knurrte, leise und grollend.
Er hatte ein feines Ohr, der Wastl, und auch noch gute Augen. Waren scharf und ungetrübt geblieben und konnten gut sehen im Dunkel. Und hatten erspäht ... wo der große Schupfen war, in dem sie das Futter für die Maulesel und den Holzvorrat fürs Hotel untergebracht hatten.
»Bei dem müsset man zuerst anfangen!« hatte der Stanis gesagt. War gescheut, der Stanis! Aber feig!