Es war aber nichts zu machen mit dem Mädel. Sie war einmal zu ernst, und die Leute fingen an ihr nachzusagen, daß sie hochmütig und stolz sei.
Als die Mutter starb, hauste die Notburg ganz allein in der baufälligen Holzhütte. Kümmerte sich nicht viel um die Leute, tat ihre Arbeit und ging auf Stöhren.
Veit Galler hatte nun so viel Geld aufgebracht, daß er an die Gründung eines eigenen Heimes denken konnte. Die Leute staunten nicht wenig, als der Veit das Gütl von der alten Base übernahm, sich den Kramladen einrichtete und seine Notburg heiratete.
In unmittelbarer Nähe der Kirche war das Heim des jungen Paares.
Lange Zeit hindurch handwerkerte der Veit selber an dem Häusl herum, das er übernommen hatte. Da gab es viel, was er daran auszubessern und zu verschönern fand. Mit Lust und Liebe war der junge Kramer bei der Arbeit und schmückte sein und seiner Notburg Heim von innen und außen.
Neue Fensterläden machte der Veit, strich sie mit grüner Farbe an und malte bunte Blumen darauf. Die Kinder des Dörfels standen mit aufgerissenen Augen und Mäulern um ihn herum und bewunderten seine Kunst.
Das mußte man dem Veit ja lassen. Geschickt war er. Das sagten sie alle im Dorf. Was der Veit einmal in die Hand nahm, das konnte er auch. Kein gelernter Maler hätte die Fensterläden schöner machen können, wie der Kramer Veit das tat.
Als er mit den Fensterläden fertig war, machte er sich daran, einen schönen Söller rund um das erste Stockwerk seines kleinen Hauses zu bauen. Strich ihn braun an und schnitzte als Mittelpunkt in das hölzerne Gitterwerk eine Gemse in Lebensgröße.
Blumenstöcke prangten zur Sommerszeit auf dem Söller, blühende Nelken, die, in kleine Holzkistchen gesetzt, üppig gediehen und weit über das braune Gebälk herabfielen. Tiefrote Geranien, grüner, wohlriechender Rosmarin, Pelargonien und Hortensien in allen Farben, sie alle zierten und schmückten das Heim des jungen Paares.
Es hieß, daß man weitum gehen müsse, bis man wieder ein so schönes Häusl fand wie das vom Kramer Veit.