Veit Galler, der Krämer, erhob sich von seinem unwirtlichen Sitz, dehnte und reckte die schweren Glieder und faltete einen Augenblick die Hände wie zum Gebet.
Dann schüttelte er das Trübe dieser Stunde von sich und ging mit festen, sicheren Schritten bergabwärts, seinem Heimatsdörfl zu.
Drittes Kapitel
Hoch droben am Berg, an der Seite, wo Veit Galler gesessen war, ohne zu dessen Höhe hinaufsehen zu können, leuchteten ganz besonders große Feuer ins Tal hinab.
Fünf Holzstöße brannten da droben in regelrechten Abständen. Fast an der Spitze des Berges aber loderte in hellen, lustigen Flammen ein einzelner, mächtiger Holzstoß. Das war das Feuerl, von dem der Florl seinem Mädel gesprochen hatte.
Der Florl hatte schon seit etlichen Wochen Pech gesammelt und es in einer der fünf Almhütten, vor denen heute die fünf Höhenfeuer brannten, aufbewahrt.
Das Pech hatte er sich heute geholt und es mit auf die Höhe genommen, um es in den mächtigen Scheiterhaufen zu werfen. Denn das Pech machte den Schein des Feuers ganz besonders hell und die Flammen auflodernd. Das allerschönste und allergrößte und noch dazu das allerhöchste, das war das Feuerl von dem Florl.
Das Regele hatte einen weiten Weg tun müssen, um ihr Feuerl auch richtig sehen zu können.
Sie hatte, nachdem der Veit Galler fortgegangen war, rasch ein dunkles Tuch übergeworfen und war mit flüchtigen Schritten von daheim fortgelaufen.
Ganz in unmittelbare Nähe, wo der Krämer saß, war das Mädel in atemlosem Lauf gekommen, ohne daß der Mann sie bemerkt hätte. Sie hatte ihn wohl erkannt, huschte aber rasch und lautlos und auf Umwegen an ihm vorbei, hinunter dem Bergtal zu, wo ein hölzerner, schmaler Steg in schwindelnder Höhe den brausenden Bach überspannte und zu der andern Seite des Berges führte.