»Wo bleibst denn?« erkundigte sich das Weiblein weiter.

Erschrocken und furchtsam schaute das Mädel auf. Sie hatte sich auf der Steintreppe der Kirche niedergelassen und schwer den schmerzenden Kopf in die Hand gestützt.

»Wo du bleibst?« wiederholte die Alte ihre Frage.

Das Regele wies mit der Hand vor sich hin. »Da!« sagte sie tonlos. Sie fand auch jetzt den Mut nicht, die Wahrheit einzugestehen.

»Hast Verwandte da, ha?«

Wieder nickte das Mädel und barg den Kopf in beide Hände. Daß es ihr so schwer fiel, mit den Menschen zu reden, die es vielleicht gut mit ihr meinten!

Die Alte sah, daß das fremde Mädel keine Auskunft geben wollte und plagte sie nicht weiter mit ihren Fragen.

»Ist dir schon wieder besser, gelt?«

Das Regele nickte bestätigend. In Wahrheit aber fühlte sie sich schwach und krank.

Die Alte war wieder in die Kirche zurückgegangen, und das Regele schleppte sich müde und elend von dem Kirchenportal fort und schlich langsam und demütig durch stille, einsame Gäßchen bis hinauf zu den letzten Häusern, die zu Füßen eines alten Turmes lagen. Hier oben in freier Höhe mit dem weiten Blick ins Inntal wurde ihr leichter.