»Bist ja 's Regele vom Söllerbauer, ha?« fragte der Kramer laut und pflanzte sich in seiner ganzen Größe vor dem schmächtigen Ding auf. »Und dös ist g'wiß a Bua und g'hört dem Sakra, dem Florl, ha?« erkundigte er sich und wies mit seinem plumpen Finger auf das kleine Bündel. »Hat wohl alles b'standen, der Teufelskerl ...« erzählte er dann weiter. »Völlig verzweifelt ist er g'wesen, weil sie di nirgends aufg'funden haben!« berichtete der Kramer, setzte sich zu dem Mädel am Wegrand hin und brachte sie zum reden.
Es war, als ob alles Schwere mit einem Male von dem Mädel genommen worden sei. Mit leuchtenden Augen sah sie zu dem großen Manne auf, der aus ihrer Heimat gekommen war und ihr von daheim erzählte.
Eine große innere Ruhe überkam das Regele. Voll Vertrauen war sie und voll froher Hoffnung. Sie fühlte Zutrauen zu dem Kramer, fühlte die warme Menschengüte trotz der groben, polternden Art seines Wesens.
»Ja ... und iatz, Madel? Was iatz?« Ernst und forschend sah der Kramer Veit in das blasse Gesicht. »Bist völlig a bissl schmal g'worden, kimmt mir für ...« meinte er mitleidig und fuhr ihr behutsam streichelnd mit der Hand über die Wangen.
Das Regele zuckte die Achseln. »Woaß nit!« sagte sie leise und tonlos.
»Wohin nachher mit dem Fratz'n, ha?« frug der Kramer Veit über eine Weile und schaute neugierig in das verdeckte Bündel, das im Arm des Regele lag. »Ist völlig a braver Bua, ha?« erkundigte er sich dann. »Weil er nit amal rearen tut.«
»'s tut sich schon!« machte das Regele gleichgültig. Man sah, sie hatte wenig Freude an dem Kind.
»Hast dir schon was ausdenkt, Madel?« forschte der Kramer Veit weiter.
»Naa.«
»Nit? Ja ... und nachher?«