»Woaß nit!« sagte das Regele gleichgültig.
Veit Galler maß das Mädel, das ihm zur Seite saß, mit scharfen Blicken.
»Ist dir hart gangen, Madel?« forschte er.
Das Regele nickte bejahend, und heiße Tränen fielen ihr über die Wangen. Dann erzählte sie alles ... alles, was sie erlebt hatte, dem Kramer Veit.
Ohne sie mit einem Wort zu unterbrechen, hatte der Kramer zugehört. Als das Regele zu Ende war, herrschte eine Weile tiefes Schweigen.
»Ja ... und iatz?« wiederholte der Kramer seine Frage von vorhin.
»Woaß nit!« erwiderte das Regele. Es klang aber weniger traurig und weniger mutlos wie zuvor.
Der Veit dachte nach. Lange ... lange Zeit. Und ruhig saß das Mädchen an seiner Seite und schaute ihm zuweilen ängstlich fragend in das derbe, kraftvolle Gesicht.
»Woaßt was ...« brach da der Veit das Schweigen. »Gib mir den Buab'n. I tausch ihn aus. Bring ihn ins Dörfl eini zur Notburg und bring dir dein' Florl dafür. Und ös zwoa tut's heiraten. Das bitt i mir aus! Nit da bei uns herin. Da geht's nit. Wir sein no nit so weit. Aber i nimm enk mit. Außi in die Welt. Da, wo enk koa Mensch fragt, ob's a Geld habt's zum heiraten. Seid's jung, ös zwoa, und könnt's, wenn's brav bleibt's, enker Glück machen. Magst, Dirndl? Schlag ein!«
Gutmütig hielt er dem Mädel seine große Hand hin. Und das Regele schlug ein. Voll Dankbarkeit. Fragte nicht lange, was sie und der Florl wohl würden tun müssen in der Welt da draußen. War zufrieden und voll Vertrauen auf den Kramer Veit.