Sie wohnen entlegen und oft stundenweit entfernt voneinander und begegnen sich nur selten. Sehen sie einmal einen zufällig des Weges kommen, dann grüßen sie ihn von ferne. Bieten ihm die Tageszeit und halten für eine Weile mit der Arbeit im Feld inne. Und er ruft ihnen den Gruß zurück und fügt wohl auch ein scherzhaftes Wörtl hinzu.

Oft können sie die Gesichter gegenseitig kaum richtig unterscheiden und sehen nur von ferne, ob es ein Bekannter ist, und ob er jung oder alt sei. Aber sie hören gegenseitig ihre Stimmen und rufen sich die Neuigkeiten aus der Ferne zu.

So ein Geschnatter am Sonntagmorgen, wenn sich Bergbäurinnen zusammenfinden, muß man gehört haben! Das schreit und lärmt in langgezogener, etwas singender Mundart. Lauter gute, freundliche Worte, die aber ungeübten Ohren unverständlich und rauh vorkommen.

Veit Galler, der Krämer, aber verstand sie, und ihn störte der Lärm der schreienden Stimmen nicht im mindesten. Er freute sich über den heimischen Klang wie ein Kind, und dieser erschien ihm wohltönend und schöner wie Musik.

Völlig beliebt hatte sich der Kramer Veit seit seiner Rückkehr bei den Bergbauern gemacht. Von allen Seiten lud man ihn ein, doch auch einmal zu ihnen zu kommen und einen Schnaps bei ihnen zu trinken.

Die Leute im Dörfl waren nicht so zuvorkommend wie die Bergeler. Das kam daher, weil sie den Veit doch für einen ihnen Fremdgewordenen hielten, für einen, der sich von ihnen zum Teil losgesagt hatte und besser geworden war wie sie. Es war hauptsächlich Neid und Mißgunst, die da keine richtige Freundschaft zu ihm aufkommen ließen ...

Der Kramer Veit keuchte die kleine, sonnige Bergstraße vom Tal herauf ins Dörfl. Hochbeladen war die Kraxe, und obenauf hatte er ein sonderbares Bündel geschnürt.

Aus den Türen und Fenstern guckten die Weiber und Kinder verstohlen auf den Kramer und rieten, was wohl in dem Bündel sein würde. Ein junger Bursch stand am Dorfplatz beim Brunnen und tränkte eine Kuh.

»Hast schwar aufg'laden, Kramer?«

»Ja. 's tut sich.«