Der Ausdruck des Erstaunens in dem kleinen pausbackigen Gesicht war so komisch, daß Veit Galler stehen blieb und das Bübl freundlich anredete.
»Wie hoaßt nacher du?« frug er gutmütig und in der Mundart dieser Gegend.
Der Knirps, der ungefähr sechs Jahre zählen mochte, erhob sich, spreizte die dicken, kurzen Beine, die in derben langen Hosenröhren staken, auseinander, wischte sich mit dem Ärmel seiner grauen Lodenjoppe den Rotz von der Nase und schwieg.
»Kannst nit reden, Bua? Wie du hoaßt, möcht' i wissen!« Veit Galler schob den Filzhut aus der Stirn und stützte sich mit beiden Händen auf seinen kräftigen Stock.
Freundlich lachend sah er auf den Kleinen herab, wobei sich die dicken Lippen auseinander schoben und ein gesundes, raubtierartiges Gebiß sehen ließen.
Die laute Stimme des Mannes lockte noch mehr Kinder aus dem Innern des Hauses. Gleich zu viert kamen sie angerannt. Zwei Buben und zwei Mädeln, bloßfüßig und nicht sehr sauber in ihrer Kleidung.
Veit Galler fletschte sein Raubtiergebiß und meinte anerkennend: »No mehr Kinder? Wieviel seid's nachher?«
»Elfe!« sagte das größte Kind, ein Mädel mit strohblonden, dünnen Zöpfen, zog die Schürze über das Gesicht und lief dann, erschrocken über die eigene Kühnheit, in den dunklen, niedern Hauseingang zurück.
»Elfe! Und du bist der jüngste? Ha?« frug Veit Galler den kleinen stämmigen Buben, der zuerst dagewesen war.
»Naa!« sagte sein älterer Bruder und rannte, über seine Heldentat lachend, hinter der Schwester her.