»Daß es grad' a so eppas Narrisches aa geben kann!« lachte die Vef ausgelassen, als die Rede von dem Florl und dem Regele ging. »Der Kramer Veit muß döcht a halbeter Narr sein ...« meinte sie ... »daß er auf so a Idee überhaupts kimmt. Der Florl und singen! Und dös Grispele dazu. Das Regele! Daß dös grad' möglich ist!« wunderte sich das Mädel. »Dö Amerikaner werden herschaug'n, wenn dös Grispele ang'ruckt kimmt!« spöttelte die Vef boshaft. Völlig nimmer genug tun konnte sie sich, so gut gefiel ihr der Spaß.
»Aber a Stimm' hat sie weiter a gute! Da gibt's nix'n nit einzuwenden dagegen!« verteidigte die Julie, die neben der Vef auf der Bank saß, das Regele.
Die Julie war die jüngste Schwester der Vef und gleichfalls groß und üppig gewachsen, obwohl sie erst sechzehn Jahre zählte. War ein kerngesunder Schlag, die Perlmoserischen. Hellblond und rosig sah die Julie aus und hatte große blaue, etwas ausdruckslose Augen. Sie war bei weitem nicht so hübsch wie die Vef, schien aber viel sanftmütiger und gutmütiger zu sein als diese.
»Dös hab' i aa ... a gute Stimm' ...« erwiderte die Vef verächtlich. »Grad' a so gut wie 's Regele!«
»Muaßt halt aa mit ummi giahn auf Amerika!« neckte einer, der Melcher, ein sehniger, älterer Knecht, der in kurzen Hosen und schmutzig färbigem Hemd auf der niedern Holzbank zwischen den beiden Mädchen saß. »Könntest dir eppar an Haufen Geld verdienen ...« witzelte der Knecht weiter, streckte die nackten Beine, die vom Stallschmutz förmlich starrten, weit von sich, lehnte den Kopf behaglich an die braune Balkenwand der Hütte und stützte die Hände kreuzweise darunter. Dann gähnte er ein über das andere Mal laut und herausfordernd. »Uaah!«
»Ja, und du kannst nachher als Gockel mitgiahn ...« neckte die Vef zurück. »Weil du überhaupt koa Stimm' nit hast!« fügte sie schnippisch hinzu. »Leicht tragt dös no mehra Geld ein, dös Krahen!«
»Kunnt leicht sein!« mischte sich nun der Wastl in das Gespräch ein. »Wann oans gar a so schiach tut ... wie du ...« Der Wastl konnte halt das Necken nicht bleiben lassen, und wenn er nur eine Gelegenheit hiezu fand, nützte er sie auch weidlich aus.
»Du ...« warnte der Angegriffene. »Gelt, woaßt schon ...!« Boshaft schielten die kleinen Augen auf den jungen Burschen.
»Mir scheint, der Stanis hat eppar schon z' lang nimmer g'rafft!« sagte da die Rosina sehr ruhig mit ihrer dunklen, weichen Stimme.
Das sagte sie, weil der Stanis so ab und zu einmal ganz gerne einen Streit vom Zaune brach, um dabei seine überschüssige Kraft auszulassen.