»Von mir aus.«

So gingen die beiden jungen Leute die steile Berghalde hinunter dem Perlmoserhof zu, der drunten im Tälchen stand. Die sinkende Sonne leuchtete im feurigen Schein über die Bergspitzen der drei Hochtäler und übergoß die Gletscher mit ihrem rosenroten Licht.

Da sprach der Wastl von dem Plan, den er in seinem schlichten Sinn ausgeheckt hatte. Und bei jedem Wort, das er sagte, wurde ihm leichter und freier ums Herz.

»Siegst, Vef ... wann du mi wirklich gern haben könntest ... grad' a bissele ... i moan, i könnt's do machen, daß wir a Hoamatl kriagen taten, wir zwoa!« sagte er weich. »War' freilich nur a kloanwinzig's Gütl ... aber a Hoamatl war's döcht. Und siegst, Madl ...« fing er dann über eine Weile wieder zu reden an, da ihn die Vef mit keiner Silbe unterbrochen hatte ... »die Sach' ist a so. A Bruder von meiner Mutter's Vater, dersell', der Göd (Taufpate) zu mir g'standen ist ... der hat a Güatl. Ist an oanschichtig's Mannsbild und ist aa alm a bißl oanzoachet g'wesen. In der Gungl enten hat er's Güatl. Ganz weit hinten, wo man sich im Winter völlig nimmer halten kann vor lauter Schnee und Eis. Bist schon amal drein g'wesen in der Gungl, Vef?«

»Naa.« Die Vef schüttelte verneinend den Kopf, und ihre stets lachenden blauen Augen bekamen einen ernsten, weichen Schimmer. »Einig'sechen hab' i wohl oft in die Gungl ...« sagte sie sinnend. »Man sieht ganz gut eini vom Alpl droben.«

Der Wastl nickte. »Ja!« bestätigte er. »Aber in dö Gegend kannst nit sechen, wo's Güatl ist. Dös liegt no tiefer drein im Tal. Völlig in a Schlucht ist's drein, und wia auf der Alm schaut's dir aus da drinnen!« berichtete er weiter.

»Dös machet nix!« kam es leise über die Lippen des Mädchens.

»Gelt, nit?« frohlockte der Bursch und faßte nach der Hand des Mädels. »Gelt, a Hoamatl war's döcht?«

Ernst sah das Mädchen vor sich hin.

»Moanst, er übergibt's ... dei' Göd?«