»Seid's nit von da?« frug jetzt das Mädel und sah forschend zu dem Manne auf.

»Wohl!« nickte der Fremde. »Eigentlich schon. Wirst mi aber nit kennen.« Sein breiter Mund zeigte noch mehr wie zuvor die Raubtierzähne. »Vom Bergl drent bin i dahoam.« Er wies mit dem Stock zu der Anhöhe, die den bewaldeten Abschluß des kleinen Hochtales bildete. »Wirst schon g'hört haben vom Kramer Veit, ha?« grinste er.

»Der in Amerika ist?« forschte das Mädel neugierig.

»Dersell'!« nickte der Fremde bestätigend. »Der bin i!« fügte er selbstbewußt hinzu.

Fast ängstlich drückte sich das Mädel an die braune Holzwand ihres Vaterhauses.

»Brauchst di nit z'fürchten, Madel ...« begütigte der Kramer. »I friß di nit!« lachte er dann mit seinem breiten, gutmütigen Grinsen.

»I fürcht' mi nit!« erwiderte das Mädel resolut. »I fürcht' mi überhaupt nit!« wiederholte sie, und ein leichtes Zittern spielte dabei um die Winkel des kleinen vollen Mundes.

»Na, na!« machte der Kramer Veit zweifelnd. »Wird nit a so weit her sein mit der Kuraschi.«

»Wollt's nit einer giahn rasten?« lud ihn jetzt das Mädel ein. »Habt's no a Stuck Weg bis hoam.«

Noch ehe Veit Galler der Aufforderung folgen konnte, bogen zwei Burschen um die Ecke des Stadels.